Aktionswoche ':Perspektive langes Leben' - genial-nah.de

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Rhein-Sieg-Kreis.  Zum  Abschluss der  Aktionswoche ‚:Perspektive langes Leben‘ – die mit rund 80 Veranstaltungen in der gesamten Region durchgeführt wurde – fand im Helios Klinikum ein Fachgespräch mit der stellvertretenden Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Notburga Kunert, Vertreterinnen und Vertretern des Landesarbeitsministeriums und des „Bündnis für Fachkräfte Bonn/Rhein-Sieg“ sowie Verantwortlichen des Helios Klinikum inklusive deren Regionalleitung statt.

Einmal mehr ging es bei der Aktionswoche ‚:Perspektive langes Leben‘ um das zentrale Thema der Aktionswoche: die Fachkräfteengpässe in der Gesundheitswirtschaft. Nach einem Rundgang durch die frisch renovierten Bereiche der Klinik und die Vorstellung besonderer Schwerpunkte und vielfältiger medizinischer Angebote, ging man schnell in den gemeinsamen Fachaustausch.

Die Helios Kliniken sind mit 13.000 Beschäftigten in NRW einer der größten Arbeitgeber im Gesundheitswesen und auch der Standort Siegburg ist mit 850 Mitarbeitenden der drittgrößte Arbeitgeber der Kreisstadt. „Auch von den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen – immerhin rund 40 Millionen Euro –  hat zum Beispiel auch die regionale Baubranche profitiert“, berichtete Carolin Lieven, die neue Geschäftsführerin der Klinik, und betonte damit den Wirtschaftsfaktor, den die Klinik für die Region darstellt. Der Fachkräfteengpass bei Pflegekräften betreffe aber auch die Klinik. Aktuell dauert es durchschnittlich 110 Tage, bis eine offene Stelle in der Krankenpflege nachbesetzt werden kann – in der Altenpflege sogar 138 Tage.

„Die Probleme bei der Personalfindung – insbesondere von Pflegekräften, gelten als die zentrale Herausforderung der Zukunft“, betonte auch Dr. Jens Stuhldreier vom Landesarbeitsministerium. Er wies zudem darauf hin, dass die fortschreitende Digitalisierung – auch in der Gesundheitswirtschaft – durchaus Chancen zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben bergen, aber natürlich auch neue Aufgaben für die Beschäftigten mit bringe.

Bereits bei einer der ersten Veranstaltungen der Aktionswoche ging es im Thema „Senioren 4.0“ unter anderem darum, wie technische und telemedizinische Innovationen die Pflegenden zu Hause und in Kliniken unterstützen können. Damit sind dann aber wiederum neue Anforderungen an die Beschäftigten der Gesundheitsbranche verbunden. Bereits jetzt investiert Helios rund 10 Millionen Euro in die Weiterbildung der Belegschaft. Die Basis bilde aber die Ausbildung in den hauseigenen Pflegeschulen.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass es nun endlich mit dem Pflegegesetz weitergehen müsse, denn hier sei ja umfänglich die Novellierung der Pflegeberufe vorgesehen. „Dabei geht es nicht nur um Hochqualifizierte, sondern von großer Bedeutung ist auch die einjährige Ausbildung, gerade in der Betreuung alter Menschen“ betonte Vize-Landrätin Notburga Kunert und wurde mit dieser Einschätzung von den Fachpraktikern unterstützt. Die Oberin der DRK Schwesternschaft „Bonn“ e.V., Lioba Brockamp, hatte mit ihrem Team in der Aktionswoche gemeinsam mit der Arbeitsagentur in den Berufskollegs der Region Informationstage zu den Einstiegsmöglichkeiten in die Gesundheitsberufe organisiert. Dabei wurden rund 500 Schülerinnen und Schüler erreicht – auch aus den internationalen Klassen.

„Diese große Resonanz – gerade bei jungen Menschen – stimmt mich hoffnungsvoll“, zieht Martina Schönborn-Waldorf von der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg als Organisatorin der Aktionswoche eine erste Bilanz. Zwar seien die Angebote sehr unterschiedlich genutzt worden, aber insgesamt meldeten die einzelnen Veranstalter durchweg positive Erfahrungen und Ergebnisse aus Ihren Aktionen.

Für ein abschließendes Resümee der Aktionswoche ‚:Perspektive langes Leben‘  sei es aber noch zu früh.
(hei)

Titelbild: Abschlussveranstaltung „:perspektive langes Leben“, (v.l.n.r.): Arno Appelhoff, Verdi NRW Süd,
Carolin Lieven, HELIOS Klinikum, Hermann Allroggen, Gesundheitsdezernent des Rhein-Sieg-Kreises,
Notburga Kunert, stellv. Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Martina Schönborn-Waldorf, Leiterin der
Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg, Dr. Jens Stuhldreier, Ministerium für Arbeit, Integration, Soziales NRW. 

Foto: Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg

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