Übach-Palenberg. Das Künstlerforum präsentiert im Juni außergewöhnliche Werke der Künstlerin Andrea Zang aus Aachen in einer Ausstellung ´Analogismen´ im Schloss Zweibrüggen.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch fasste seine Eindrücke zu den Werken von Andrea Zang so zusammen: „’Der Gejagte wird zum Jäger’, eine wundervolle Metapher, – wie ich meine – die zum Nachdenken anregt. Wenn Tiere zu Jägern in Menschengestalt werden, dann schlägt die Natur zurück.“

Andrea Zang

Prof. Dieter Crumbiegel im Schloss Zweibrüggen vor einem der Bilder von Andrea Zang. – Foto_ Hartmut Urban

Der lange Zeit ungebrochene Glaube, die Natur beherrschen zu können, meinte der Bürgermeister, hatte mit dem Untergang der für unsinkbar gehaltenen Titanic vor ziemlich genau einhundert Jahren einen ersten Riss erhalten. „Inzwischen scheint sich immer mehr die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Menschheit nicht ohne Mutter Erde existieren kann, die Welt sehr wohl aber ohne die Menschheit.“

In seiner Eröffnungsrede ging Jungnitsch weiter auf die ausgestellten Bilder ein indem er feststellte: „Wenn nun die Künstlerin Andrea Zang die Natur in Gestalt von Tieren mit Technik ausstattet, die eben nicht dem Wohle dient, sondern der Zerstörung, dann regt mich das zum Nachdenken an. Waffen in der Hand von Tieren, die es so in der Natur nicht gibt und von Menschenhand geschaffen wurde, um effizienter Töten zu können, ergibt einen künstlerisch provozierten, kaum auszuhaltenden Widerspruch. Die Perspektivänderung verschafft Klarheit und fördert meines Erachtens neue wie bisweilen bereits beiseite gelegte Erkenntnisse zutage. Wenn der Mensch zum Tier wird, erscheint das Tier in der Natürlichkeit dann deutlich menschlicher.“

Die Künstlerin Andrea Zang – so der Bürgermeister weiter – „bereichert mit ihren interessanten Werken nun das Schloss Zweibrüggen, dass – wie ich mir habe sagen lassen – lange Zeiträume als Jagdschloss diente. Ich erhoffe mir von dieser Ausstellung einen Nebeneffekt, nämlich, dass dieser Aspekt des Schlosses Zweibrüggen näher beleuchtet wird. Der vom Journalisten Hartmut Urban entdeckte und mit Mitteln der Stiftung Neumann & Esser restaurierte Wandaltar im oberen Stockwerk, soll den Jagdgesellschaften zu Jagdmessen gedient haben.“

Kunst regt zum Nachdenken an. Unsre Sinne arbeiten in der Regel selektiv und oberflächlich. So meinte Bürgermeister Jungnitsch: „Wir fassen Umwelteindrücke gewohnheitsmäßig auf, weil wir nicht ständig bewusst und voll konzentriert beobachten können. Zwar sind auch Ihre Erfahrungen, sehr geehrte Frau Andrea Zang, subjektiv, aber Sie als Künstlerin leben in einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung. Sie, verehrte Frau Zang, erweitern und verändern die Wahrnehmung und fordern dadurch den Betrachter zu neuen Denkmustern und Verhaltensweisen heraus. Allein schon dies macht für mein Befinden Kunst für unsere Gesellschaft unverzichtbar.“

Andrea Zang

Bild ´Wolf und Schaf‘ mit der Künstlerin Andrea Zang. – Foto: Archiv der Künstlerin

Abschließend wünschte der Bürgermeister der Ausstellung mit Werken von der Künsterin Andrea Zang, „dass sie sowohl den Erwartungen der Künstler wie auch denen des Publikums gerecht wird.“

Die anschließende Rede von Prof. Dieter Crumbiegel zum Werk von Andrea Zang wird in Kürze in einem gesonderten Beitrag hier in ‚genial-nah’ erscheinen.

 

Titelbild: Die Künstlerin Andrea Zang vor einem ihrer Werke.
Foto: Hartmut Urban

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