Übach-Palenberg. Der Arbeitskreis Essstörungen ist vor vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg und der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreisgebiet Heinsberg ins Leben gerufen worden.

Der Arbeitskreis Essstörungen hat anlässlich der Ausstellung einen neuen Flyer mit dem Titel „Hilfe bei Ess-Störungen“ herausgegeben, der einen Überblick über alle Beratungsstellen gibt, die sich als erste Anlaufstelle für Hilfe suchende Betroffene sehen. Darüber hinaus informiert das Faltblatt über Einrichtungen, die eine medizinische und therapeutische Begleitung bieten. Der Arbeitskreis Essstörung ist nun dem Gesundheitsamt angegliedert. Finanziert wird die Ausstellung durch das Kreisgesundheitsamt.

Erfreulich ist, dass diese Wanderausstellung zum Thema Essstörung mit dem Namen „Klang meines Körpers“ vom 26.5.2015 – 3.6.2015 durch den Arbeitskreis Essstörungen hier in Übach-Palenberg im Mehrgenerationenhaus der Öffentlichkeit in freien Terminen und den weiterführenden Schulen durch Beratungseinrichtungen mit vereinbarten Terminen unter fachlicher Anleitung zugänglich gemacht wird.

Die Idee zur Ausstellung „Klang meines Körpers“ entstand 2006 in Bamberg im Rahmen einer musiktherapeutischen Gruppenbehandlung. Betroffene Jugendliche kommen in dieser Ausstellung mit eigenen Bildern, Texten und ausgewählter Musik selbst zu Wort. Die Ausstellung versteht sich als Medium, um Besucher und Besucherinnen auf emotional-sinnlicher und kognitiver Ebene zu begegnen, d.h. mit den kreativen Elementen ist beabsichtigt, die Aufmerksamkeit zu gewinnen und somit zur Auseinandersetzung mit dem Thema Essstörung anzuregen. Projektinitiatorin der Ausstellung ist Frau Stephanie Lahusen, Dipl. Musiktherapeutin & Heilpraktikerin, www.werkstatthunger.de.

Laut Arbeitskreis Essstörungen sind Essstörungen nach wie vor ein großes Thema und sehr vielfältig belegt. Meist stecken große Probleme mit der eigenen Identität und Wertigkeit dahinter. Die Suggestionen der Medien auf einen „perfekten“ Körper verzerren oft das Selbstbild. Das Schönheitsideal wird von den Medien sehr hoch angesetzt und so wird der Focus auf Äußerlichkeiten gelenkt, anstatt die inneren Stärken und Werte mit in die Waagschale zu werfen. Daraus entsteht ein Ungleichgewicht, dass sich in seelischem Stress in unterschiedlichen Formen von Essstörungen auswirken kann.

Die Ausstellung wurde ursprünglich von 5 jungen Frauen entwickelt. Da mittlerweile ebenfalls immer mehr junge Männer von Essstörungen betroffen sind, wurde die Ausstellung um ein Porträt eines jungen Mannes erweitert, der ebenso wie die jungen Frauen sehr persönliche und tiefe Einblicke in die eigene Gefühls- und Gedankenwelt in Form von Texten, Bildern und Musik gibt.

Diese Ausstellung vom Arbeitskreis Essstörungen gibt allen Jugendlichen und Interessierten die Möglichkeit auf eine besondere Art sich mit dem Thema Essstörung auseinander zu setzen. Der Blick soll sich nicht auf die Krankheit richten, sondern auf sie – als Menschen voller Lebenshunger und schöpferischem Potential. Positive und lebensbejahende Botschaften werden vermittelt, die Wege aus der Essstörung aufzeigen.

 

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