Baesweiler/Übach-Palenberg. Zur angestrebten Kooperation mit Übach-Palenberg zur Einrichtung eines Gesamtschul-Teilstandortes in der auslaufenden Baesweiler Goetheschule gibt es derzeit in Übach-Palenberg keine politische Mehrheit! Auch die Willy-Brandt-Gesamtschule hatte sich vehement gegen die Kooperation mit Lehrern und Eltern in Stellung gebracht.

Unklar auf der bildungspolitischen Ebene des Landes Nordrhein-Westfalen ist nicht nur, ob die Tage der Realschulen gezählt sind. Vor Ort steht aber bereits fest, die Hauptschulen in Boscheln wie Baesweiler werden angesichts zu geringer Anmeldezahlen bald der Vergangenheit angehören.

Überdimensionierte Schulkomplexe, veraltete Architektur, falsche Lage und immense Unterhaltungskosten zwingen Kommunen angesichts leerer Kassen und fehlender Schüler aufgrund des demographischen Wandels zum Umdenken.

Auch die Nachbarstädte Baesweiler und Übach-Palenberg bleiben davon nicht verschont. Den Verteilungskampf ums Überleben unter den Schulformen hat vielerorts bereits ein Opfer gefunden: Die Hauptschulen. Nun richtet sich bereits der „klammheimliche“ Blick auf die Realschulen, deren Schülerzahlen manche Gesamtschule erstarken lassen könnte.

Und der Wettbewerb hat bereits die Kommunen selbst erfasst. Wenn nämlich Baesweiler es gelingen sollte und eine eigene Gesamtschule einzurichten, würden vermutlich in den kommenden Jahren in Übach-Palenberg die Schülerzahlen einbrechen. Eine Gesamtschule Baesweiler würde ja auch nicht nur Schüler aus Baesweiler anziehen, sondern auch aus Nachbarstädten, die bisher nach Übach-Palenberg pendeln. Ob dann ohne Aufgabe der Realschule die erforderlichen Anmeldungen für die Vierzügigkeit noch zustande kommen, ist alles andere als sicher.

Der Bürgermeister der Stadt Baesweiler, Prof. Dr. Willi Linkens meint zwar sei es „mehr als fraglich, dass die Bezirksregierung uns eine eigene Baesweiler Gesamtschule genehmigen wird“, doch wer Linkens kennt, hat dieser noch einem Plan B in der Tasche und auch das Modell Gesamtschule Baesweiler steht nach Linkens „durchaus noch im Raum“. Der umtriebige Bürgermeister kündigte an: „mit allen Mitteln“ für eine Lösung kämpfen zu wollen und er gibt schon einmal die Richtung seiner Gedanken an: „In besonderer Weise spricht dafür, dass ein Auspendeln von Baesweiler Schülern dann nicht mehr erforderlich wäre.“ Leidtragende wären die Gesamtschule Übach-Plenberg wie die Alsdorfer Gesamtschule.

Auch die Einrichtung einer Sekundarschule, die einer Gesamtschule ohne Oberstufe gleicht, wird geprüft. Hier würde dann eine Kooperation mit dem Baesweiler Gymnasium eine sinnvolle Option sein.

Die verschiedenen Möglichkeiten sollen nun auf den Prüfstand. Schulpolitisch stünde nun eine „weitreichende und bedeutende Entscheidung an“, die letztlich der Stadtrat als Souverän zu treffen und zu verantworten hätte.

 

Foto: Jürgen Dackweiler

Siehe zu diesem Thema auch:

Baesweiler: Nun auch SPD-Baesweiler für eine eigene Sekundarschule

Baesweiler: Verkehrte Welt in Sachen Gesamtschulpolitik?

Übach-Palenberg/Baesweiler: Keine Kooperation in Sachen Gesamtschule

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2 thoughts on “Baesweiler: Wie sieht der Plan B zum Gesamtschul-Teilstandort Baesweiler aus?

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