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Stadtanzeiger Kreis Heinsberg: Nachrichten aus dem Kreis – news: #genial-nah

Kreis Heinsberg. Der westlichste Punkt der Bundesrepublik Deutschland ist gerade eingeweiht, da folgt eine ebenso unnötige wie sachlich unbegründete Brüskierung des äußersten Westens durch das Land Nordrhein-Westfalen als im Vergleich ’nicht ländlich genug geprägte Region‘ auf dem Fuße.

Die Brüskierung des äußersten Westens nährt den Verdacht, dass die Entscheidung parteipolitisch motiviert ist. Während das Land NRW bekanntlich ‚rot-grün‘ regiert wird, sind die Mehrheitsverhältnisse im Kreis Heinsberg und der StädteRegion, sowie in den westlichsten Gemeinden nach der politischen Farbenlehre ’schwarz‘ geprägt. So machen sich die Sozialdemokraten und die Grünen in der Region des äußersten Westens gewiss keine zusätzlichen Freunde.

Brüskierung des Westens

Mehr ländlicher Raum – hier vom westlichsten Punkt Deutschlands aus gesehen – gibt es bei objektiver Betrachtung wirklich nicht. – Foto: Hartmut Urban

 

Bei der Auswahl ländlicher Regionen für Fördermittel im Rahmen des EU-Leader-Programms war vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz weder die Bewerbung vom ‚Aachener Revier‘ mit den drei Städten aus dem Kreis Heinsberg Erkelenz, Hückelhoven und Geilenkirchen, noch fünf Kommunen der Städteregion Aachen berücksichtigt worden.  Auch die gemeinsame Bewerbung der Kommunen Gangelt, Selfkant und Waldfeucht stieß im Ministerium auf Gegenliebe, als ob diese nicht ländlich genug geprägt seien. Ein handfester Skandal, wie es unter den Betroffenen die Runde macht. Eine Brüskierung des äußersten Westen.

„Ich persönlich bin sehr enttäuscht darüber, dass der Kreis Heinsberg so missachtet wurde“, urteilte der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verkehr, Franz-Michael Jansen (CDU), bei der jüngsten Ausschusssitzung im Heinsberger Kreishaus. Jansen sprach gar von einer ‚Desavouierung‘, einer ‚Brüskierung‘, ja einer ‚Demütigung des Kreises durch das Land‘, zumal die Menschen in den betroffenen ländlich geprägten Gebieten ein sehr starkes Engagement in der Bewerbungsphase an den Tag gelegt haben. Es solle ihm keiner damit kommen, dass der Kreis Heinsberg ‚kein ländliches Gebiet‘ sei. Fakt ist, der Kreis Heinsberg wie die betroffenen Kommunen sind der Situation überhaupt nicht angemessen behandelt worden.

Jansens Parteifreund Dr. Ferdinand Schmitz äußerte sich über die Brüskierung ähnlich und äußerte die Kritik, erkennbar „ungerecht behandelt“ worden zu sein. Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Ministeriums sind leider nicht möglich, doch regte er an, auf anderem Wege zumindest Teile der Projekte zu retten. Das Land NRW könne es sich auf Dauer nicht leisten die Brüskierung des ländlichen Raums im äußersten Westen konsequent fortzusetzen und mit den EU-Fördermitteln andere Regionen wohl mit Blick auf die nächste Landtagswahl so durchsichtig zu bevorzugen.

Dezernent Josef Nießen erläuterte, dass das Ministerium gewiss keinerlei Begründung für die Nicht-Berücksichtigung erteilen werde, bekräftigte aber Überlegungen und Bemühungen, über andere Förderkanäle Themen aus der Bewerbung umzusetzen und Projekte platzieren zu wollen. Der Kreis wolle dieses Eisen schmieden, „damit bürgerschaftliches Engagement nicht ins Leere läuft“ und die Enttäuschung über die Brüskierung des äußersten Westens in Lethargie umschlägt.

Titelbild: Die ländliche Gemeinde Gangelt
durch das Stadttor gesehen.

Foto: Hartmut Urban

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