Übach-Palenberg.  Es war noch vor der Sommerpause Ende Mai, und es war die Posse schlechthin. Die SPD-Fraktion hat wohl mit ihrer Initiative zur Unzeit, einen Bürgerentscheid zu fordern, am Ende wohl vermutlich gar ca. 200.000 Euro/Jahr ans Wasserwerk verschenkt. Es steht nur noch nicht fest, an welches. Fest steht hingegen: die Zeche werden am Ende die Bürger zahlen müssen.

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Alf-Ingo Pickartz ist stets bemüht, wenn es um seine Argumentation geht, diese verständlicher zu machen. Gerne nutzt er Vergleiche aus seinem früheren Tätigkeitsfeld als Autoverkäufer. Und so wollen auch wir ein Beispiel aus dem Leben eines Autoverkäufer anführen, um zu verdeutlichen, wie die SPD mit ihrem öffentlichen Antrag an den Rat der Stadt, einen Bürgerentscheid zur Unzeit zu fordern, ca. 200.000 Euro/Jahr ans Wasserwerk verschenkt haben.

Stellen Sie sich vor, ein Ehepaar kommt zu einem Autohaus, die Frau weiß genau welches schmucke Gefährt sie will, der Ehemann versucht mit dem Verkäufer um einen Rabatt bzw. kostenfreie Sonderausstattung zu feilschen, aber die Ehefrau greift vehement in die Verhandlungen ein, indem sie ihre Entscheidung vor dem Verkäufer kundtut: „Ich will den, und keinen anderen!“

Was glauben Sie, wie hoch wird noch die Motivation des Verkäufers sein, wenn er registriert hat, dass die Entscheidung längst gefallen ist? Der liebe Ehemann mag sich noch so bemühen, noch etwas herauszuschlagen, aber die Chancen stehen nach der Intervention der Frau denkbar schlecht.

SPD hat jede Menge Geld der Bürger ans Wasserwerk verschenkt – das lässt sich nicht mehr wegdiskutieren!

So und nicht anders verhielt es sich in Sachen Wasserkonzessionsvertrag. Hatte sich ENWOR anfangs völlig stur gestellt, weil man dort nicht wirklich glaubte, die Stadt Übach-Palenberg könne eine echte Alternative in die Waagschale werfen, so zog nach dem konkret vorgelegten Angebot der Niederländer in Verbindung mit dem Kreiswasserwerk ENWOR kurzfristig mit einem eigenen durchaus grundsätzlich interessanten Angebot nach.

Jetzt hätte die Stunde der Verhandlung in Sinne der Übach-Palenberger Bürgerschaft schlagen können, denn die Stadt hatte zwei Anbieter, von denen jeder den Zuschlag für sich dringend wünschte. In dieser Situation hatte es ganz bestimmt noch Verhandlungsspielraum gegeben, denn beide Anbieter hatten noch längst nicht alle Karten auf den Tisch gelegt.

Den Verhandlungstisch zog aber die SPD-Fraktion den Parteien sprichwörtlich rüde weg und verlagerte das Geschehen auf eine Debatte über einen möglichen Bürgerentscheid in aller Öffentlichkeit. So gingen der Stadt und damit der Bürgerschaft nach Einschätzung von Experten, die nicht genannt werden wollten, ca. 200.000 Euro Spielraum pro Jahr verloren, die hätten noch auf dem Verhandlungswege gewonnen werden können. Die Wasserwerke, die den Zuschlag erhalten, wird der unverhoffte Geldsegen freuen.

So wie die Ehefrau ihrem Mann durch ihr vorlautes Geplapper jegliche Möglichkeit genommen hatte, einen günstigeren Preis für das Auto zur Entlastung der Familienkasse herauszuholen, so machte die SPD-Fraktion mit ihrem dilettantischen Vorgehen jede weitere Verhandlung zu Nichte. Die SPD hat mit ihrem Antrag an den Rat der Stadt zur absoluten Unzeit ca. 200.000 Euro/Jahr ans Wasserwerk verschenkt. Für die Bürger ein alljährlich teurer SPD-Antrag und zudem die kostspielige Erkenntnis, dass die SPD noch immer nicht mit dem Geld der anderen verantwortlich umzugehen weiß. Das gilt nicht nur für die Vergangenheit, sondern leider noch heute!

Manche mutmaßen sogar, die Verantwortlichen aus der SPD-Fraktion, die in diesen Tagen zudem allein den Geschäftsführer des Wasserwerkes persönlich in die Fraktion eingeladen hatten, von denen sie mit aller Gewalt das Wasser wollen, hätten ganz bewusst die ‚politische Blutgrätsche‘ mit der Maßnahme, was ans Wasserwerk verschenkt zu haben angewandt, damit die Steuern steigen und das Ü-Bad nicht zu retten ist, um der Bürgerschaft im Kommunalwahlkampf 2020, fünf Jahre nach dem unglaublichen Geschenk an eines der Wasserwerke, die Unfähigkeit in Sachen Sparmaßnahmen der jetzigen Mehrheit im Rat wie dem amtierenden Bürgermeister anlasten zu können. Welch ein möglicher Verfall der Sitten, wenn dem wirklich am Ende so sein sollte, dass die SPD-Führungsspitze eiskalt kalkuliert mit ihrer Aktion Geld ans Wasserwerk verschenkt hat!

Wie dem auch sei, jeder Bürger aus Übach-Palenberg sollte fest in Erinnerung behalten, wenn die Grundsteuer B erhöht werden muss, wer ohne Not Geld ans Wasserwerk verschenkt hat.

Titelbild: Bei der zentralen  Veranstaltungen im PZ zur künftigen Trinkwasserversorgung
in Übach-Palenberg nahm der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Herr Dr. Karl-Heinz Feldhoff
zur Qualität der Versorger umfassend, kompetent wie absolut lieferantenneutral Stellung.

Foto: Hartmut Urban

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2 thoughts on “Ca. 200.000 Euro/Jahr ans Wasserwerk verschenkt

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