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Stadtanzeiger Aachen: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

AachenDie doppelte Sitzende ist wahrlich ein Glück für Burtscheid. Die schönen Geschichten spart man sich gewöhnlich für Weihnachten auf.

Unser Blick richtet sich auf Burtscheid, wo in den zurückliegenden Wochen ein trauriges Thema die Runde machte und für Kopfschütteln sorgte. Hatten doch dreiste Metalldiebe in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember im Kurpark an der Dammstraße „Die Sitzende“ gestohlen, eine dort im Juli 1962 aufgestellte und damals von der Aachener Bank gestiftete Bronzeplastik, die zum Burtscheider Stadtbild über Jahrzehnte gehörte.

Die Sitzende, gleich zweimal vorhanden, ging getrennte Wege

Die heute in Bergisch Gladbach lebende Künstlerin Heide Dobberkau hatte Ende der 1950er Jahre die Plastik entworfen und aus sicherer Quelle, nämlich von der Künstlerin selbst, wissen die Burtscheider Heimatfreunde, eine rührige Facebook-Gruppe mit über 300 Mitgliedern, dass ihr das frühe Werk sehr am Herzen liegt. Folglich ist es kein Wunder, dass Heide Dobberkau „Die Sitzende“ 1959 eine erstes Mal und 1962 aus der gleichen Form ein zweites Mal gießen ließ – quasi ein zeitversetztes Zwillingspaar, das aber sehr unterschiedliche Wege ging. So wurde die eine Plastik nach Burtscheid verkauft, wo sie einen festen Platz im Herzen des Ortes und der Bürger eroberte, und die andere an einen Kunstsammler.

Als nun die traurige Gewissheit eintrat, dass die Burtscheider Sitzende Metalldieben zum Opfer gefallen war und die Polizei trotz intensiver Fahndung die Täter bislang nicht finden konnte, haben sich die Burtscheider Heimatfreunde auf die Spur begeben, auf die Spur der Künstlerin, die heute in Bergisch Gladbach lebt. „Von der ausgesprochen freundlichen Frau Dobberkau haben wir dann erfahren, dass sie die zweite Sitzende vor Jahren zurückgekauft hat, um ihr einen Platz im eigenen Garten zu geben“, sagt Uwe Reuters, der Initiator der heimatverbundenen Facebook-Burtscheider. Womit keiner rechnen konnte: „Die Künstlerin hat uns zugesagt, uns diese Plastik zu verkaufen, weil sie die öffentlich Sitzende selbst so gerne in Burtscheid gesehen und oft besucht hat“, so Leonie Stettner, ebenfalls Heimatfreundin. Als Preis ruft Heide Dobberkau die Summe auf, die sie selbst vor Jahren für die Plastik bezahlt hat, eine höhere vierstellige Eurozahl.

Stadt sorgt für sachgerechte Sicherung für die Sitzende

Oberbürgermeister Marcel Philipp hat sich spontan bereiterklärt, diese ungewöhnliche Geschichte zu unterstützen, er ruft nun gemeinsam mit den Burtscheider Heimatfreunden die Bürgerinnen und Bürger auf, für die Zwillings-Sitzende zu spenden. „Wir als Stadt werden – ähnlich wie bei der Marktfrau auf dem Lousberg, deren Diebstahl vor Wochen nicht gelang – dann dafür sorgen, dass die Plastik wieder sicher befestigt wird“, sagte er bei einem Pressegespräch am Morgen (23. Dezember).

Wer spenden möchte, kann sich mit einer formlosen Absichtserklärung per Mail (mit Namen und Spendensumme) bis Ende des Jahres wenden an burtscheider.heimatfreunde@t-online.de.

Die Heimatfreunde werden sich dann mit  den potenziellen Spendern in Verbindung setzen. Für die Spendenabwicklung wird ein Burtscheider Verein zwischengeschaltet, der eine Spendenquittung garantiert. Geregelt werden muss auch der Transport der etwa 100 Kilogramm schweren Plastik von Bergisch Gladbach nach Aachen.

Die Heimatfreunde selbst sind schon in Vorleistung getreten. Ihr Chor, die „BuHei-Singers“, veräußern ihre gerade fertiggestellte CD mit drei Liedern gegen eine Spende, ein dreistelliger Startbetrag für die neue „Sitzende“ ist also schon da.

Titelbild: Die Plastik wurde 1962 zweimal gegossen.
Das Foto zeigt die Sitzende, die derzeit noch bei
Frau Dobberkau im Garten von  Bergisch Gladbach steht. 

Fotos: Heimatfreunde Burtscheid

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