StädteRegion Aachen. In Belgien, Deutschland und den Niederlanden sprechen bekanntlich die Menschen meistenteils unterschiedliche Sprachen. Das gilt auch für die Feuerwehren der drei Länder. Nur im Gefahrenfall, wenn es schnell gehen muss, können sprachliche Missverständnisse verheerende Auswirkungen haben. Ein dreisprachiges Feuerwehr-Wörterbuch kann da Leben retten.

Wenn beispielsweise ein Feuerwehrmann aus Maastricht davon spricht, dass er sein „protofoon“ braucht, wird ihn sein deutscher Kollege in Zukunft nicht mehr verständnislos anschauen und vielleicht vermuten, er will ein Narkosemittel haben. Denn auch wenn die Hilfsorganisationen und Feuerwehren in der Grenzregion immer öfter und besser zusammenarbeiten, gibt es im Einsatz oft kaum überwindbare sprachliche Barrieren. Denn wer weiß schon, dass die im Einsatz befindliche „Führungsebene“ in Belgien „niveau des cadres“ und in den Niederlanden „leidinggevend niveau“ genannt wird. Ein gemeinsam entwickeltes dreisprachiges Fachwörterbuch soll diese Sprachbarrieren abbauen helfen. Die euregionale Fokusgruppe „Brand-und Katastrophenschutz“ hat es jetzt in Simmerath offiziell vorgestellt.

Feuerwehr-Wörterbuch hilft bei grenzüberschreitenden Einsätzen Missverständnisse abzubauen

Die Hilfsorganisationen und Feuerwehren in der Grenzregion sind sehr daran interessiert, die Zusammenarbeit grenzüberschreitend hinweg weiter zu verbessern. Arbeitskreise mit Mitgliedern der drei Nationen treffen sich regelmäßig, um sich bei Übungen, in Ausbildungsfragen, in Sachen technischer Ausstattung, bei Einsatzkonzepten und in Rechtsfragen miteinander abzustimmen. Einer dieser Arbeitskreise ist die „Fokusgruppe Brand- und Katastrophenschutz“. Sie hat jetzt im Hilfeleistungszentrum der StädteRegion Aachen in Simmerath unter dem Vorsitz des Direktionsmitglieds der Brandweer Zuid-Limburg, Léon Houben, getagt. Mit Unterstützung des Projektes EMRIC (Euregionale Zusammenarbeit in der Grenzregion) konnte dabei in Simmerath ein dreisprachiges Feuerwehr-Wörterbuch im praktischen Postkartenformat vorgestellt werden. In dem Wörterbuch, das den Helfern die Verständigung vor Ort erleichtern helfen soll, sind Fachausdrücke in den drei Sprachen Deutsch, Niederländisch und Französisch aufgeführt. Die StädteRegion wird alle Einsatzfahrzeuge und Führungskräfte mit dem Wörterbuch ausstatten. Dann weiß letztlich auch der Brandschützer aus der StädteRegion, dass sein niederländischer Kollege – um beim eingangs zitierten Beispiel zu bleiben –  nur sein Handfunkgerät sucht und nicht in den OP muss.

Quelle: StädteRegion Aachen

Titelbild: Die Mitglieder der euregionalen Fokusgruppe
„Brand-und Katastrophenschutz“ mit Vertretern aus Belgien,
den Niederlanden und Deutschland haben jetzt in Simmerath
ein dreisprachiges Wörterbuch für Einsatzkräfte vorgestellt.

Foto: Ralf Hoffmann:

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