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StädteRegion Aachen. Einruhrer-Notunterkunft:„Idyllisch, friedlich und sehr sauber“, so der erste Eindruck vor Ort des Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach, der sich mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg und dem Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Karl-Heinz Hermanns, am „Sonnenhof“ verabredet hatte.

Nachdem die Einruhrer-Notunterkunft für Flüchtlinge am Ortsrand Anfang Juli von der Bezirksregierung Köln völlig überraschend eingerichtet worden war, leben hier aktuell rund 135 Menschen aus 14 Nationen. Die adhoc-Maßnahme war erforderlich geworden, weil die übrigen Notunterkünfte des Landes derzeit völlig überlastet sind. Die drei Hauptverwaltungsbeamten waren nach Einruhr gekommen, um sich ein persönliches Bild von der Lage zu machen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. 

Die Flüchtlinge in der Einruhrer-Notunterkunft stammen aus Syrien, Algerien und Nigeria. Manche sind mit der ganzen Familie geflohen, andere sind alleine unterwegs. Einige junge Frauen haben die Strapazen der Flucht auf sich genommen, obwohl sie hochschwanger sind. „Inzwischen ist sogar schon ein Baby in Simmerath zur Welt gekommen“, berichtet Jolantha Stoffers vom Verein „Zukunftsorientierte Förderung“ (ZOF).

ZOF wurde vom Land mit der Organisation der Notunterkünfte wie beispielsweise der Einruhrer-Notunterkunft beauftragt und Stoffers lässt mit ihrer positiven Ausstrahlung keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Situation in Simmerath „total entspannt“ ist. „Die Menschen fühlen sich hier wohl und die wunderbare Umgebung wirkt sich absolut positiv auf die Stimmung aus“, sagt die erfahrene Betreuerin. „Aber auch die großartige Hilfsbereitschaft der Bevölkerung trägt maßgeblich zu der Ausgeglichenheit bei, die hier herrscht“, sagt Stoffers und berichtet von Sachspenden, die beinahe täglich gebracht werden. Was wir ständig in der Einruhrer-Notunterkunft benötigen, ist Bastelmaterial für Kinder und wir wären sehr glücklich, wenn wir vielleicht eine Tischtennisplatte oder einen Kicker bekommen könnten, damit auch die Heranwachsenden ein bisschen mehr Abwechslung hätten.“

Ein kleines Taschengeld gibt den Erwachsenen die Möglichkeit, mit dem Bus nach Simmerath zu fahren, in den Restaurants am See eine Cola zu trinken, eine Kleinigkeit einzukaufen oder ins Freibad zu gehen. Drei ehrenamtliche Lehrerinnen kommen regelmäßig vorbei, um Grundzüge der deutschen Sprache zu vermitteln. „Ich glaube sagen zu dürfen, dass wir uns hier in Simmerath mit der Einruhrer-Notunterkunft sehr positiv von einigen anderen Standorten in Deutschland abheben. Dafür danke ich besonders den Bürgerinnen und Bürgern hier in Einruhr, die sich zusammen mit dem Ortsvorsteher Christof Poschen für eine herzliche Willkommenskultur stark machen“, so Hermanns.

Er dankte auch dem Polizeipräsidenten für das unauffällige, aber wahrnehmbare Engagement der Polizei. Die denkt aktuell darüber nach, den Unterkünften wie der Einruhrer-Notunterkunft verkehrstüchtige Fahrräder anzubieten, um die Mobilität der Flüchtlinge zu unterstützen. „Wenn uns das gelingt, würden wir flankierend auch ein Fahr-Sicherheitstraining anbieten“, so Weinspach. Was dazu aber noch dringend benötigt würde, sind Fahrradhelme. „Vielleicht melden sich ja noch Menschen, die einen intakten Helm spenden wollen“, hofft der Polizeipräsident.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg machte noch einmal deutlich, wie überraschend auch für ihn die neue Situation mit der Einruhrer-Notunterkunft kam. „Ich danke allen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Fachbehörden in meinem Haus. Alle haben Hand in Hand gearbeitet, um schnellstmöglich die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit sich die Menschen hier wohl fühlen können. Ich bin mir auch sicher, dass es uns mit Hilfe der Bevölkerung gelingt, Fahrradhelme, eine Tischtennisplatte, einen Kicker, einen Kinderwagen oder Maxi-Cosi sowie Bastelmaterial für die Kleinen zu organisieren“, so Etschenberg.  Die Sachen können direkt in der Einruhrer-Notunterkunft im Hotel Sonnenhof, Am Hostertberg 41, abgegeben werden. Ansprechpartnerin ist Jolantha Stoffers, Tel.: 0177/9146766.

 

Titelbild (v.li.n.re.): Polizeipräsident Dirk Weinspach,
Städteregionsrat Helmut Etschenberg,
Jolantha Stoffers vom Verein „Zukunktsorientierte Förderung“ ,
Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns
sowie Monika Johnen vom Simmerather Sozialamt
freuen sich über die entspannte Situation
in der Notunterkunft „Sonnenhof“.

Foto: StädteRegion Aachen

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