Europa ist beim Kreisheimattag ein Erfolgsmodell - genial-nah.de

Stadtanzeiger Märkischer Kreis: Nachrichten aus dem Kreis – news: #genial-nah

Europa ist beim Kreisheimattag ein Erfolgsmodell - genial-nah.de

Stadtanzeiger Iserlohn: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

Märkischer Kreis / Iserlohn.   Europa ist beim Kreisheimattag ein Erfolgsmodell. Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen bei hochsommerlichen Temperaturen zum 23. Kreisheimattag auf die Alexanderhöhe nach Iserlohn. Sie erlebten einen kurzweiligen Vormittag und interessante Exkursionen am Nachmittag.

Nach 34 Jahren kehrte der Kreisheimattag nach Iserlohn zurück. Für die 23. Auflage war die Stadt Iserlohn Gastgeberin – zuletzt war sie das im Jahr 1982. „In dem Jahr habe ich geheiratet“, verriet Landrat Thomas Gemke, Vorsitzender des Heimatbundes Märkischer Kreis e.V., den gut 150 interessierten Zuhörern in der Galerie des Iserlohner Parktheaters. Der Kreisheimatbund kann in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiern.

„Heimat pflegen, Zukunft gestalten“, war in diesem Jahr das Motto, das Mitglieder der Ortsheimatvereine, Ortsheimatpfleger, Vertreter der Städte und Gemeinden, des öffentlichen Lebens, der Politik, der Wirtschaft sowie interessierte Gruppen und alle Bürgerinnen und Bürger des Märkischen Kreises bei hochsommerlichen Temperaturen auf die Alexanderhöhe lockte. Der langjährige Kreisheimatpfleger und Autor vieler heimathistorischer Bücher, Ernst Dossmann, war gerade erst aus dem Portugal-Urlaub zurück. Sein Nachfolger, der Kreisheimatpfleger für den nördlichen Märkischen Kreis, Rolf Klostermann, ließ sich auch von seinem Geburtstag nicht abhalten, an dem Festakt teilzunehmen. Selbstverständlich war auch seine für den südlichen Kreis zuständige Kreisheimatpfleger-Kollegin Martina Wittkopp-Beine aus Plettenberg gekommen.

Alle Gäste erlebten einen spannenden, informativen und interessanten Vormittag, dem sich nach der Mittagspause acht Exkursionen anschlossen, für die sich 117 Teilnehmer angemeldet hatten.
Landrat Thomas Gemke und Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens hatten die Gäste begrüßt. Gemke: „Viele reden wieder gerne über Heimat. Wir müssen unsere Bräuche und Traditionen pflegen. Wir müssen unsere Wurzeln kennen, wissen, wo wir herkommen.“ Spontanen Beifall erhielt der Vorsitzende des Heimatbundes Märkischer Kreis für seine Bemerkung: „Martinszug muss Martinszug bleiben und wird kein Lichterfest.“

Dass seine Stadt reich an Kultur und Geschichte ist, stellte Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens heraus. „Wir müssen Iserlohn mit seiner Geschichte und seinen Geschichten erhalten. Das ist auch eine Aufgabe für die Heimatvereine“. Das Motto müsse deshalb sein, Geschichte zu pflegen und die Zukunft zu gestalten.

Die Historie der Iserlohner Kreisbahn zeigte Stefan Künne vom Verein „Traditionsbus Mark-Sauerland e.V.“ auf. Die Konzession für sechs Linien wurde am 30. Juni 1925 erteilt. Gestartet wurde mit sechs Bussen auf der Verbindung zwischen Iserlohn, Menden und Fröndenberg. 1942 erfolgte die Namensänderung von „Westfälische Kleinbahn“ in „Iserlohner Kreisbahn“. Der Verein „Traditionsbus Mark Sauerland e.V.“ wurde 2013 gegründet.

Interessierter Beobachter, der viele Jahrzehnte den ÖPNV im Märkischen Kreis mit gestaltete, war Hans-Werner Kern, langjähriger Geschäftsführer der Märkischen Verkehrsgesellschaft.
Im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand der Vortrag von Botschafter a.D. Frank Elbe aus Bonn. Der gebürtige Iserlohner hatte sich das Thema „Heimat Europa“ gegeben. Europa, so Elbe, sei seine Heimat. „Und Heimat ist mehr denn je ein hohes Gut“. Heimat Europa sei auch ein Gebot der Vernunft. Europa sei seit 70 Jahren ein Erfolg für Frieden, Freiheit, Wachstum und Wohlstand für 508 Millionen Menschen. „Dies ist ein historischer Verdienst der EU.“

Der Botschafter a.D. verkannte in seinem vielbeachteten Festvortrag auch die Probleme nicht. „Wir haben zurzeit mit dem Europa-Verdruss zu kämpfen.“ Die EU-Erweiterung sei nötig gewesen. Frank Elbe sprach sich aber für eine gewisse Auszeit aus. Einen Beitritt der Türkei sieht er auf längere Sicht nicht. Er wagte die Prognose mit Hinweis auf den Brexit Großbritanniens: „Ich glaube nicht, dass die Würfel in der Politik Großbritanniens schon gefallen sind.“ Er sprach das Verhältnis der Europäischen Union zu den USA an, bezog Stellung zu Russland: „Wir wollen Russland und seine Menschen nicht verlieren.“

Dass Frank Elbe bei den interessierten Zuhörern viel Zuspruch für seine Thesen und Aussagen erhielt, belegte der lange Applaus für seinen Vortrag. Landrat und Kreisheimatbund-Vorsitzender Thomas Gemke bedankte sich bei dem Gastredner mit der Replik eines Staatssiegels von „Wilhelm dem Reichen“, dem Grafen von der Mark, Kleve und Ravensburg. Für den musikalischen Rahmen des Festaktes sorgte das Duo „More than flute!“ mit Stella Vozdanszky an der Flöte und Gitarrist Damian Copp. Für den humorigen Ausklang hatten die Veranstalter die Kabarettistin Kathrin Heinrich gewinnen können.

Nach dem Mittagsimbiss auf Einladung der Stadt Iserlohn machten sich die Busse auf den Weg zu acht Exkursionen. 117 Teilnehmer hatten sich dafür angemeldet. Die größte Gruppe, 29 Heimatfreunde, wollte sich das Projekt Bahngleis 42 im umgestalteten Letmather Bahnhof ansehen.
(pmk).

Titelbild: Vollbesetzt war die Galerie
des Iserlohner Parktheaters beim
Kreisheimattag.

Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis – Quelle

lesen Sie hier mehr über ISERLOHN

__________

zurück zur STARTSEITE