Gebäude werden auf Asbest im Putz untersucht - genial-nah.de

Stadtanzeiger Aachen: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

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Stadtanzeiger StädteRegion: Nachrichten aus der Region. – news: #genial-nah

Aachen / StädteRegion Aachen. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß, wenn es um Asbest geht. Daher haben Stadt und StädteRegion Aachen am 20. September, auf einer Pressekonferenz ausführlich über eine besondere Form der Asbest-Belastung informiert.

Die Asbest-Belastung betrifft etwa ein Viertel aller Gebäude, die nach dem Krieg bis etwa 1993 erbaut oder saniert worden sind. In diesem Zeitraum wurde eine Putz- und Spachtelmasse verwendet, die geringe Spuren von Asbest – maximal ein Prozent – enthält.

Gutachter: „Keine Faserbelastung.“
Davon betroffen sind Ein- und Mehrfamilienhäuser, Garagen, Industriebauten, aber auch öffentliche Gebäude wie Schulen und Kindertagesstätten. Diese wurden vom städtischen Gebäudemanagement bereits zum größten Teil untersucht – gemeinsam mit Otmar Reifer, einem externen Gutachter, Spezialist beim Thema „Asbest im Hochbau“. Sein Fazit: „Eine Gefährdung geht von Kalk- und Spachtelmassen nicht aus. Die Asbestfasern sind fest in der Kalkschicht eingebunden und zusätzlich mit einem Anstrich versehen. Eine Faserfreisetzung erfolgt nur durch eine mechanische Beeinträchtigung der Putzoberfläche, wie die Zerstörung der Oberfläche. Die durchgeführten Versuche zeigten auch bei massiver Beeinträchtigung, wie Bohren und Abschlagen, keine Faserbelastung in der Raumluft.“

Erste Priorität: Schulen und Kitas
Aufgefallen war die asbesthaltige Putz- und Spachtelmasse anlässlich der Renovierung der Musikschule im Jahr 2013. Das Gebäude wurde vollständig saniert. Das Gebäudemanagement hat daraufhin begonnen, sämtliche Gebäude der Stadt Aachen – rund 550 – auf diese Spachtelmasse zu untersuchen. „Mit erster Priorität haben wir uns die Schulen und Kindertagesstätten angeschaut“, erklärte Klaus Schavan, technischer Leiter des Gebäudemanagements. „Dabei haben wir auch eng mit der StädteRegion hinsichtlich einer gesundheitlichen Einordnung zusammengearbeitet“, so Schavan.

Bei den 56 städtischen Kindertagesstätten sind nur vier Einrichtungen davon betroffen, sieben sind noch zu untersuchen. Bei den 59 Schulen sind 14 betroffen, 20 Untersuchungen stehen noch aus. „Im kommenden Jahr werden wir damit fertig sein“, sagte Rolf Lenzen-Gasper vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen. „Schon seit 1989 in Aachen untersuchen wir strukturiert die Gebäude auf Asbest, wir haben inzwischen eine sehr große Erfahrung im Umgang damit“, erläuterte Klaus Schavan. Er sei sich bewusst, dass dies ein sensibles Thema sei. „Die Stadt Aachen geht transparent und proaktiv mit diesem Thema um, und hat alle Betroffenen mobilisiert. Das beruhigt mich“, erklärte Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereiches Kinder, Jugend und Schule.

„Gesundheitliche Unbedenklichkeit“
Uwe Zink, Dezernent für Bauen, Umwelt und Verbraucherschutz der StädteRegion, ist der Stadt Aachen dankbar, „dass sie das Thema aufgegriffen hat.“ Die StädteRegion befinde sich hinsichtlich ihrer 22 Kindertagesstätten, 21 Schulen und 20 weiteren Gebäuden gerade in einer konzeptionellen Abstimmung, um die Untersuchungen einzuleiten.

Hilde Opdenberg vom Gesundheitsamt der StädteRegion unterstrich, dass „bei üblicher Raumnutzung eine gesundheitliche Unbedenklichkeit“ bestehe in Gebäuden, in denen asbesthaltige Putz- und Spachtelmasse verwendet worden sei. „Dies bezieht sich auch auf die Nutzung durch Kinder und Jugendliche; also auch auf das Auftreten möglicher Wandbeschädigungen im Rahmen der Nutzung“, so Opdenberg. Klaus Schavan machte deutlich, dass lediglich die Hausmeister bei bestimmten Tätigkeiten (z.B. Bohren) Schutzvorkehrungen ergreifen würden.

Otmar Reifer, Asbest-Sachverständiger im Hochbau, hat verschiedene Arbeiten an einer Wand mit asbesthaltiger Putz- und Spachtelmasse untersucht. Sein Ergebnis: 30 Bohrungen im Putz und das Abschlagen von Putz habe keine Asbestfaserbelastung in der Raumluft hervorgerufen, lediglich beim Abfräsen der Asbestschicht, verbunden mit einer hohen Staubbelastung der Luft, konnten einzelnen Asbestfasern auf dem Messfilter nachgewiesen werden.

Klaus Schavan wies darauf hin, dass es „keine asbestfreie Umwelt“ gebe: „Man ist immer Asbest ausgesetzt.“

Titelbild: Aufmacher zur Studie „Asbest im Putz“

Foto: Stadt Aachen 

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