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Stadtanzeiger Stadt Bocholt: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

Bocholt (EUBOH). Interkulturelles Training hilft Ratsmitgliedern aus Bocholt wie Aalten und Winterswijk Gemeinsamkeiten und Unterschiede der anderen  besser zu verstehen.

In vier Unterrichtseinheiten absolvierten sie unter Leitung von John Mazeland von der „Business Alliance Nederland Duitsland“ ein interkulturelles Training, um besser für die Kommunikation mit den Nachbarn gerüstet zu sein.

Die Mühe hat sich gelohnt: Am Mittwoch, 25. November 2015, erhielten sie ihre Abschlusszertifikate im Europa-Haus Bocholt von Seminarleiter John Mazeland.

Erstmalig wurde dieses interkulturelle Training vom Europabüro Bocholt in Zusammenarbeit mit den niederländischen Nachbargemeinden und Unterstützung des Europe-direct Informationszentrums Bocholt organisiert. Mit dem erworbenen Know-how haben die Ratsmitglieder das nötige Rüstzeug bekommen, um die grenzüberschreitende Arbeit weiter zu fördern. Eine Idee aus diesen Treffen basiert darin, die traditionellen Ratstreffen zwischen Bocholt und Aalten sowie Winterswijk in dieser Dreiergruppe im Jahr 2016 wieder aufleben zu lassen.
Gemeinsam lernen und Erfahrungen austauschen
Inhalt des Trainings war beispielsweise die interkulturelle Kommunikation. Wie schnell erwartet man als Deutscher beim „deftigen“ Essen ein zünftiges Mahl. Allerdings ist die Bedeutung in der niederländischen Sprache eine ganz andere: Dort bedeutet das Wort „vornehm“. Also aufgepasst, so John Mazeland, bei niederländischen Einladungen. Gerade diese “Kleinigkeiten“ aus dem Alltag regten immer wieder zu gemeinsamen Gesprächen an. Die Instruktionen des Seminarleiters, so die einhellige Meinung der Teilnehmer, führen jedoch künftig dazu, das eine oder andere Fettnäpfchen im Nachbarland zu vermeiden.
Unterschiede in den Verwaltungsstrukturen
Ein lebhafter Austausch zwischen den Ratsmitgliedern ergab sich zum Thema „Verwaltungsstrukturunterschiede“. Der Bürgermeister darf im deutschen Rat mitstimmen, im niederländischen jedoch nicht. Die „Wethouder“ in den Niederlanden sind immer politisch, der Beigeordnete in Deutschland nicht unbedingt. Diese und weitere Informationen rund um die praktische Rats- und Verwaltungsarbeit lernten die Teilnehmer im vierten Teil des Trainings kennen.
Geschichte und Landeskunde
Zum Training gehörten auch zahlreiche Informationen rund um die deutsche und niederländische Geschichte. So kann man, sagte John Mazeland, vieles im heutigen Leben in der Bundesrepublik Deutschland oder im Königreich der Niederlande auf die Ereignisse in der Geschichte der beiden Nationen zurückführen. Thema war darüber hinaus der Aufbau der Länder in der Bundesrepublik Deutschland oder der Provinzen in den Niederlanden. Auch die Verantwortlichkeiten in den niederländischen Gemeinden bzw. deutschen Städten wurden vorgestellt und diskutiert.
(Eu)regionale Mentalitätsunterschiede
Was sind Westfalen? Was machen die Rheinländer? Wie leben die Achterhoeker? Die Mentalitäten der Menschen in diesen Regionen mit ihren Eigenarten und Vorlieben standen humorvoll im Mittelpunkt. Beim „sturen“ Westfalen genauso wie beim „lustigen“ Rheinländer liegt in den Eigenschaften immer auch ein Körnchen Wahrheit, lernten die niederländischen Teilnehmer. Auch das Statussymbole und Titel in Deutschland wichtig sind, in den Niederlanden jedoch vernachlässigt werden können, war für die deutschen Teilnehmer neu.

Titelbild: Die Ratsmitglieder aus Bocholt (D),
Aalten (NL) und Winterswijk (NL) erhielten
am 20.11.2015 ihre Zertifikate für die Teilnahme
am Interkulturellen Training im Europa-Haus Bocholt

Foto: Stadt Bocholt, Petra Taubach – Quelle

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