Übach-Palenberg. Was bei der Kermesi sofort auffiel, waren die vielen bezaubernden Türkinnen, die zu Hauf anzutreffen waren. Sie sind schon eine wahre Augenweide, die jungen türkischen Mädchen von heute. Einige von ihnen tragen rote Kopftücher zu schwarzen Gewändern, was dem Ganzen noch ein Stück mehr Attraktivität verleiht. Und sie sind gastfreundlich. Kümmern sich um nichttürkische Besucher, indem sie bei Bedarf eine kleine Einweisung in Sitten und Gebräuche, sowie die besonderen Speisen und Getränke geben.

Kermesi 2. Tag

Optisch wie auch in Aktion wohltuend zurückhaltend, aber dennoch stets präsent, wenn gebraucht, die türkischen Schönheiten von Übach-Palenberg und Umgebung. – Foto: Hartmut Uran

Auch der zweite Tag der Kermesi hatte es in sich, denn bei wahrlich schönstem Pfingstwetter waren allerhand Leute gekommen. Leider fehlte bis auf den Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und seine Frau Gabi bis weit in den Nachmittag hinein jegliche Vertretung aus dem 32-köpfigen Stadtrat, was nicht gerade dazu angetan ist, die deutsch-türkische Freundschaft auf der Ebene der Politik zu vertiefen.

Dafür waren die alljährlich Getreuen neben Wolfgang und Gabi Jungnitsch der türkischen Übach-Palenberger Gemeinde auch diesmal anwesend, nämlich die ehemaligen Stadträte Norma Kuhlmey und Hüseyin Salon. Sie pflegen nicht nur zu offiziellen Anlässen wie beispielsweise zum Kermesi 2.Tag die Kontakte, sondern begegnen Menschen stets als Menschen. „Schade nur“, so war während des türkischen Festes zu hören, „dass beide nicht mehr in Stadtrat sind. Die anderen kennen wir überhaupt nicht“.  Da ist es schwer, wenn die die zuständigen Ratsmitglieder gar nicht sehen lassen und auch sonst kaum Anstalten machen, die Situation der türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger kennen zu lernen, eine Vertrauensbasis aufzubauen.

Kermesi 2.Tag

Auch wenn beide nicht mehr im Stadtrat für die SPD Kommunalpolitik betreiben, fühlen sie sich doch weiterhin den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet, ob Deutsch, Türken oder aus weiteren Ländern. Mensch bleibt Mensch. Norma Kuhlmey und-Hüseyin Salon. – Foto: Hartmut Urban

 

„Gut, dass Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch regelmäßig zu uns kommt, Fragen stellt und vor allem zuhört, so wissen wir unsere Anliegen bei ihm immer in guten Händen.“ Dennoch bleibt zu hoffen, dass wenigstens am 3. und letzten Tag der türkischen Kermesi an der Moschee von dem einen oder anderen lokalen „Volksvertreter“ genutzt werden wird, zumindest einmal vorbeizuschauen, denn Ignoranz bzw. Gleichgültigkeit sind keine guten Ratgeber bei der Vertretung der Interessen anderer.

Kermesi 2015

Ein türkisches Fest ist immer etwas besonderes, auch in Deutschland. – Foto: Hartmut Urban

 

Es besteht noch am 3. Tag, dem Pfingstmontag an der Kermesi teilzunehmen und ein Stück weit Völkerverständigung zu betreiben. Es ist nie zu spät und hier bietet sich eine wirklich gute Gelegenheit, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Es lohnt sich, und keiner, der einmal dabei gewesen ist, hat kundgetan, es bereut zu haben.

Kermesi 2015

Ein unter den türkischen Freunden beliebtes Paar, das auch für viele Fotos herhalten musste, Gabi und Wolfgang Jungnitsch, hier mit Hüseyin Salin. – Foto: Hartmut Urban

Kermesi 2015

Der Bürgermeister, ein Mann des Volkes, kennt Jan und Allemann, so natürlich auch Nicole Bölükbas. – Foto: Hartmut Urban

 

Vielleicht nur deshalb, weil unsere türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, sowie Freunde keine Bäume sind, haben sich auf in diesem Jahr Bündnis90/ Die Grünen nicht sehen lassen. Eine Ansammlung von drei oder mehr Pflanzen scheint deren Gemüter doch eher in Wallung zu bringen als Menschen; sei es drum. Aber auch die Sozialdemokraten haben sich an den drei Tages nicht sehen lassen, was durchaus kritisch registriert wurde. „Wir deutschen Staatsbürger mit türkischen Migrationshintergrund beobachten dies sehr genau und werden spätestens bei der nächsten Kommunal- und Bürgermeisterwahl eine passende Antwort geben“, hieß es aus den Reihen der Aktiven. Mal schauen…

 

Die CDU war zur Kermesi 2015 dabei

Der CDU-Stadtverordnete und Geschäftsführer des CDU-Stadtverbandes, Dietmar Lux, vom anderen Ende der Stadt (Scherpenseel) mit Frau Monika im Gespräch mit einer sehr netten türkischen Familie. – Foto: Hartmut Urban

 

Titelbild: Junge hübsche türkische Mädchen
Foto: Hartmut Urban

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