Kinderbuch 'Michi und die magische Chanukkia' - genial-nah.de

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Rhein-Sieg-Kreis. Im Kinderbuch ‚Michi und die magische Chanukkia‘ nennt Michi das alte Fachwerkhaus am Rande des Dorfes eine Gespensterbude, um das er lieber einen großen Bogen macht.

Ein Zufall und ein magischer Kerzenleuchter führen ihn dort aber in die 1930er Jahre, mitten in das Leben der Familie Seligmann. Michi erlebt hautnah mit, wie sich die „heile Welt“ plötzlich verändert – wie sein Freund Aron in der Schule ausgegrenzt wird, die Synagoge des Ortes in Flammen aufgeht und die komplette Familie Seligmann schließlich auf eine für fast alle von ihnen tödliche Reise geschickt wird.

Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt stellte das Kinderbuch „Michi und die magische Chanukkia“ jetzt gemeinsam mit Harald Eichner, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ vor. Gelesen wurden die Passagen von Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse der Sonnenbergschule in Rosbach, die gemeinsam mit ihrer Lehrerin Maike Schmidt nach den Spuren der Familie Seligmann geforscht haben.

„Bereits im Grundschulalter werden Kinder einer Fülle von Informationen und Eindrücken über die Zeit des Nationalsozialismus ausgesetzt“, erläutert Dr. Claudia Maria Arndt. Die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen sind inzwischen bereits in der Grundschule ein zentrales Thema des historischen Lernens. „Diese Entwicklung ist auch in der pädagogischen Praxis unserer Gedenkstätte deutlich spürbar“, so die Kreisarchivarin. „Da lag es nahe, ein altersgerechtes Lernmaterial zu entwickeln.“

„Michi und die magische Chanukkia“ wurde dabei bewusst als Erzählung gestaltet und ermöglicht es Kindern so leichter, einen Zugang und insbesondere Antworten auf die drängenden Fragen zu den schwierigen Themen Nationalsozialismus und Schoah zu finden. Die spannenden Episoden greifen wahre Begebenheiten aus dem Leben der jüdischen Familie auf, die einst in Rosbach lebte, bevor nahezu alle Mitglieder dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte zum Opfer fielen.

Für Text und Konzeption des Buches zeichnet Adrian Stellmacher vom Kreisarchiv verantwortlich, für Dramaturgie und Lektorat Karin Kaçi. Illustrationen und Gestaltung stammen aus der Feder von Katrin Imhof.

„Michi und die magische Chanukkia“ wurde von der Landeszentrale für politische Bildung NRW finanziell gefördert. Das Kinderbuch ist in der Schriftenreihe des Fördervereins der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ erschienen und für Acht- bis Zwölfjährige konzipiert. Interessierte Schulen können sich unter der Rufnummer 02241/13-2928 bzw. per Mail an gedenkstaette@rhein-sieg-kreis.de an das Kreisarchiv wenden, um kostenlose Klassensätze zu erhalten. Das Kreisarchiv berät und begleitet die Schulen auch im Hinblick auf die gedenkstättenpädagogische Arbeit. Ansprechpartner ist Adrian Stellmacher, der ebenfalls unter den o.a. Kontaktdaten zu erreichen ist.
(ke)

Titelbild: Schülerinnen und Schüler der Sonnenbergschule Rosbach
und in der hinteren Reihe v.r.n.l. Jutta Seligmann, Schwiegertochter
der Stifterin der Gedenkstätte Hilde Seligmann, Kreisarchivarin
Dr. Claudia Maria Arndt, Harald Eichner, 2. Vorsitzender des
Fördervereins der Gedenkstätte, Hans-Christian Lehmann,
Bürgermeister der Gemeinde Windeck, Maike Schmidt,
Konrektorin der Sonnenbergschule, und Adrian Stellmacher,
Autor des Kinderbuchs und pädagogischer Mitarbeiter der Gedenkstätte.

Foto: Rhein-Sieg-Kreis

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