Klimaschutzmanagerin und kommunale Gebäube - genial-nah.de

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Landkreis Osterholz Die Energiewende Osterholz 2030 ist ein zentrales Vorhaben des Landkreises. Durch die Einstellung einer Klimaschutzmanagerin für kommunale Liegenschaften gehen der Landkreis, die Stadt Osterholz- Scharmbeck, die Samtgemeinde Hambergen und die Gemeinden Lilienthal und Worpswede nun gemeinsam neue Wege zur Verbesserung der Klimabilanz. 

Die Klimaschutzmanagerin Sarah Goldberg stellte sich heute der Presse vor.

„Die Energiewende ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf“, beschreibt Landrat Bernd Lütjen das ambitionierte Ziel einer sauberen und CO2-neutralen Energieerzeugung, dem man sich im Landkreis Osterholz seit Jahren verschrieben habe. Vor allem durch den Bau von Windenergieanlagen habe in der jüngsten Zeit im Kreisgebiet ein enormer Ausbau der Erneuerbaren Energien erreicht werden können. „Am günstigsten ist aber immer noch die Energie, die gar nicht erzeugt werden muss, weil sie nicht benötigt wird“, so Lütjen.

Die Senkung des Energieverbrauchs sei daher ebenfalls ein wichtiges politisches Ziel. „Die öffentliche Hand hat hier eine Vorbildfunktion, die wir als Kreisverwaltung ernst nehmen“, betont hierzu der Dezernent für Finanzen, Personal und Organisation Werner Schauer. Mit energetischen Sanierungsmaßnahmen habe der Landkreis in den vergangenen Jahren bereits einiges erreicht. „Allein im Bereich der Schulen konnte der Heizenergieverbrauch binnen 10 Jahren um rund 30 % reduziert werden“, berichtet Schauer. Dies komme sowohl dem Steuerzahler als auch dem Klima zu Gute.

Um sich diesem Thema verstärkt zu widmen, gaben der Landkreis, die Stadt Osterholz-Scharmbeck, die Samtgemeinde Hambergen sowie die Gemeinden Lilienthal und Worpswede schon 2014 ein vom Bundesumweltministerium gefördertes Klimaschutzteilkonzept für kommunale Liegenschaften in Auftrag.

Kern dieses Konzeptes war die Untersuchung von 29 kommunalen Gebäuden auf ihren energetischen Zustand und Optimierungsmöglichkeiten. „Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass weitere Verbesserungen durch bauliche Maßnahmen und ein verändertes Nutzerverhalten erreicht werden können“, zeigt sich Schauer optimistisch und beurteilt den gemeinsamen Prozess von Landkreis und kreisangehörigen Kommunen ausdrücklich positiv.

Als Problem habe sich jedoch erwiesen, dass es allen beteiligten Verwaltungen aufgrund der zahlreichen Aufgaben im Alltagsgeschäft schwer falle, die einzelnen Bausteine des Klimaschutzteilkonzepts anschließend umzusetzen. Deshalb habe die Politik von Kreis und beteiligten Kommunen 2015 beschlossen, gemeinsam eine Klimaschutzmanagerin für kommunale Liegenschaften einzustellen.

„Erfreulicherweise trägt der Bund für die Einrichtung dieser zunächst auf zwei Jahre befristeten Stelle 65 % der anfallenden Kosten“, informiert Schauer. Den Eigenanteil von pro Jahr ca. 22.000 € teilen sich Landkreis und Kommunen.

Seit März 2016 ist nun Sarah Goldberg als Klimaschutzmanagerin im Kreishaus tätig und unterstützt Landkreis und Gemeinden bei der Umsetzung von Maßnahmen des Klimaschutzteilkonzepts. Die Fachfrau mit Abschluss im Energie- und Ressourcenmanagement setzt dabei sowohl auf eine Beratung der Kommunen als auch auf einen stärkeren Austausch untereinander. „In einem ersten Schritt steht deshalb die Entwicklung von einheitlichen Controlling- und Messkonzepten im Vordergrund“, macht Goldberg deutlich. Nur wenn die Erfassung und Verarbeitung von klimabezogenen Daten in den kommunalen Gebäuden nach einheitlichen Standards vollzogen werde, könne man auch zu Vergleichen kommen und voneinander lernen.

„Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Fortsetzung und Weiterentwicklung des bereits etablierten Fifty-Fifty-Projekts“, so Goldberg. Das Anreizsystem sieht vor, dass bei nutzungsbedingten Energieeinsparungen in Schulgebäuden den Schulen 40 % des eingesparten Betrages zur freien Verwendung für das Schulleben sowie 20 % zweckgebunden für CO2- reduzierende Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Doch auch ganz konkrete Investitionsmaßnahmen wie die Umstellung der Flurbeleuchtung der KiTa Trupermoor auf LED-Beleuchtung stünden auf dem Zettel der Klimaschutzmanagerin. „Im Bereich Klimaschutz bleibt in den kommenden Jahren vieles zu tun – auch in öffentlichen Gebäuden“, gibt Goldberg einen Ausblick. Sie hofft, dass die weiteren Fortschritte der Kommunen auch für Privathaushalte und Gewerbebetriebe einen Ansporn darstellen.

Titelbild:  (v.l.n.r.) Landrat Bernd Lütjen, K
limaschutzmanagerin Sarah Goldberg und
Kreisdezernent Werner Schauer

Foto: Landkreis Osterholz

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