Übach-Palenberg. Die Monarchie ist vielen Deutschen – nach nunmehr fast 100 Jahren, seit wir unseren letzten Kaiser Wilhelm II. ins niederländische Exil geschickt haben – ein wenig fremd geworden. Wie beispielsweise ein Königstag vom niederländischen Honorarkonsulat in Aachen konkret gefeiert wird, entzieht sich wohl weitgehend der Vorstellungskraft der meisten deutschen Staatsbürger.

Der Königstag ist neben Fußball das größte nationale Ereignis in Holland. Alles und jeder färbt sich orange und feiert am Königstag – und das nicht nur im Mutterland, sondern überall auf der Welt, wo Niederländer gesellig oder offiziell zusammenkommen.

Königstag im Schloss Zweibrüggen

Dicht gedrängt standen die Gäste zur Königstagsfeier im Schloss Zweibrüggen, was zu vielen interessanten Gesprächen führte.

Auch die königliche Familie mischt sich traditionell unter das Volk und besucht jedes Jahr eine andere Gemeinde, in der sie begeistert empfangen und einen Tag lang fürstlich unterhalten werden. Beispielsweise Amsterdam verwandelt sich am Königstag in das größte Oranje-Festgelände des Landes.

Der Königstag wurde 2014 auf den 27. April gelegt. Viele Jahre lang wurde der Königinnentag am 30. April gefeiert. Der König- bzw. Königinnentag gilt in den Niederlanden als höchster, nationaler Feiertag. Da ist es umso interessanter, einer solchen royalen Feierlichkeit persönlich einmal persönlich beiwohnen zu dürfen.

Die Prorektorin der FH Aachen und Honorarkonsulin der Niederlande, Frau Prof. Dr. rer. nat. Christine Vaeßen, hatte zur Feier des Tages ins Schloss Zweibrüggen eingeladen und unzählige Honoratioren aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Militär und Kultur waren der Einladung gefolgt. Die Empfangshalle des Schlosses war zum Bersten voll. Die Festrednerin begann in niederländischer Sprache, wechselte dann aber nach einiger Zeit ins bewohnte Deutsch.

Der Hausherr des Schlosses, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, erläuterte kurz die Geschichte des Schlosses Zweibrüggen, das nur ein Jahr vor der Französischen Revolution errichtet wurden war, verwies auf den wiederentdeckten Wandaltar und ging auf die enge deutsch-niederländische Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Landgraaf und Übach-Palenberg ein und schloss seine Rede mit dem Hinweis auf den unhaltbaren Zustand einer noch immer fehlenden außerörtliche Verbindungsstraße zwischen dem niederländischen Buitenring und der B56 nahe Geilenkirchen. Wörtlich sagte der Bürgermeister: „Eines der größten Ärgernisse der vergangenen Jahre – und von Jahr zu Jahr unerträglicher werdend – hat auch direkt mit einer deutsch-niederländischen Situation zu tun. Ich meine den Grenzverkehr durch unser Straßendorf Scherpenseel zwischen Parkstadt Limburg und Geilenkirchen. Wenn der Buitenring der Parkstadt Limburg jenseits der Grenze erst einmal fertig gestellt sein wird, befürchte ich für uns Schlimmstes.“

Königstag im Schloss Zweibrüggen

Hausherr und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hielt anlässlich des besonderen Tages eine mit hoher Aufmerksamkeit verfolgte, interessante Rede.

Die Honorarkonsulin Vaßen berichtete gesamtstaatlich wie regional über die diversen bilateralen Aktivitäten des vergangenen Jahres zwischen Deutschland und den Niederlanden und machte deutlich, dass bei Länder im direkten Bezug aufeinander weiterhin auf einem guten Weg sind.

Die Feierlichkeiten erreichten ihren Höhepunkt beim gemeinsamen Singen der niederländischen Nationalhymne zu Ehren von Wilhelmus van Nassouwe.

Königstag im Schloss Zweibrüggen

Zur Erinnerung für diejenigen, die den Text nicht mehr so recht präsent haben, hier noch einmal zum Nachlesen.

Musikalisch abgerundet wurde die Feier durch die Gruppe „Lovely Mr. Singing Club“, die a-capella unter anderem das Lied von Herbert Grönemeyer „Männer“ zur Überraschung der Anwesenden exzellent auf niederländisch vortrugen.

Königstag im Schloss Zweibrüggen

In niederländischer Sprache brachte die Gruppe „Lovely Mr. Singing Club“ den Gästen a-capelle das Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer nahe.

 

Fotos: Hartmut Urban

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