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Stadtanzeiger Übach-Palenberg: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

Kunstlehrer Vieth vom CMG immer engagiert - genial-nah.de

Stadtanzeiger Kreis Heinsberg: Nachrichten aus dem Kreis – news: #genial-nah

Übach-Palenberg / Kreis Heinsberg.  Wie im Vorjahr besuchte der Kunstlehrer des Carolus-Magnus-Gymnasiums in Übach-Palenberg, Hermann-Joseph Vieth, mit 22 Mädchen und Jungen der Klasse 8c auf Einladung des Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen die aktuelle Ausstellung der Preisträger des „Marlies-Seeliger-Crumbiegel Preises 2016“ im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen.

Auch ein kurzfristiger Wintereinbruch an diesem Tage konnte weder Kunstlehrer Vieth noch die Schüler und die – kurzfristig als Taxifahrer angerheuerten – Eltern abhalten, diese Stunde der aktuellen Kunstvermittlung durch die Preisträgerin Sabine Jacobs ausfallen zu lassen. Der Kontakt und quasi die ständige Einladung für einen solchen Besuch ist vom Veranstalter, dem Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen, zusammen mit Vieth im vergangenen Jahr hergestellt worden und trägt damit erfreuliche Früchte.

Besonders gespannt waren die 13- bis 14-jährigen Schülerinnen und Schüler auf die Künstlerin Sabine Jacobs, welche zusammen mit Ralf Wierzbowski ihre Werke in der aktuellen Ausstellung zeigt. Während die Künstlerin noch den winterlichen Bedingungen auf dem Weg von Monschau nach Übach-Palenberg trotzte hatte Günther Thiel, Geschäftsführer des Künstler-Forums, Gelegenheit die Schülergruppe durch die Räumlichkeiten des Schlosses zu führen, Historie und die gegenwärtige Nutzung zu erläutern. Bei Ankunft der Künstlerin hatten sich die Jugendlichen bereits einen ersten Eindruck gemacht. Sie hatten genau hingeschaut und wollten nun wissen. „Warum heißen die Zeichnungen Kapsel und was ist das für ein Material? Wie kommt man dazu so ein filigranes und gleichzeitig großes „Etwas“ zu machen? Wieviel Zeit braucht man für so ein Objekt?“

Gern beantwortete Sabine Jacobs alle Fragen. – Im Gespräch, näherte sich die Gruppe der Vielseitigkeit von Kunst, ihrer Wahrnehmung und Entstehung. Die ausgewählten Exponate der Ausstellung öffnen das Werk von Sabine Jacobs über einen Zeitraum von 1997 – 2016 und zeigen eine gewachsene Entwicklung. Der erkennbare Ursprung ist die Naturbetrachtung. Bildreich schilderte die Künstlerin ihre Anfänge des Zeichnens. Sehen lernen mit Lupe, in zehnfacher Vergrößerung. Das schult die Merkfähigkeit und lässt eine Beziehung zum Betrachteten entstehen, die immer auf abstrakte Weise mit ins Bild fließt. Bilder von Heuschrecken, Samenkapseln oder von Halmen im Wachstum. Anhand von Anschauungsmaterial erschloss sich den Schülern der Schritt von der erklärenden Illustration zur freien abstrakten Darstellung. Wer mit allen Sinnen wahrnimmt, beginnt mehr zu sehen. Sabine Jacobs erzählte, dass sie zunehmend begann, die abstrakten Inhalte in den Vordergrund zu stellen, und verwies dabei auf die Beispiele im Treppenaufgang, die ihre Herkunft nur noch im Titel verraten. – „Kapsel“ oder „Buchenleben“. Zur Arbeit mit dem Draht kam es aus dem Bedürfnis heraus, das gefundene Bild auch von hinten zu sehen. Der Draht ist wie eine Zeichnung im Raum. Sabine Jacobs erfand mit Draht und Papier eine Rundumansicht ihrer Zeichnungen.

Besonderes Interesse der Schüler galt der raumgreifenden Installation „Fließ“ in der Halle des Schlosses, welche über den Köpfen der Besucher zu schweben scheint. Gemeinsam erschloss sich die Gruppe die damit verbundenen Assoziationen, wie Wasser, Luft, viele, Zusammenhalt, frischer Wind, Bewegung, Freiheit, ein Fisch, ein Drache.  Sabine Jacobs benannte den Ursprung von „Fließ“ in dem Gedanken an das Wurmtal, die Historie an diesem Ort, die Menschen und die Landschaft an dem Fließgewässer, welches im Süden vom Aachener Wald entspringt, kanalisiert unter Aachen durchfließt und hinter Heinsberg in die Rur mündet. Ein weiches Gewässer, das erst in jüngster Zeit in renaturierten Bereichen wieder frei fließen und atmen darf. So unterläuft auch die Installation „Fließ“ die Symmetrie des Raumes und sucht ihren eigenen Weg.

Die Rauminstallation „Falter“ im Barocksaal ist begeh- und erfahrbar im Wechselspiel. Geht man darum herum, beginnt sie sich zu bewegen. Ein Lufthauch reicht um die mächtige Krone sachte um sich selbst kreisen zu lassen. Drinnen und Draußen, Baum oder ein schwebender Hut? Blüte oder Falter? – Im Beisein der Künstlerin war auch das Anfassen einer Arbeit erlaubt. Die Verwunderung über so viel Stabilität war groß. „Around“ – mit Augen zu – fühlt sie sich an wie Holz sagte Lehrer Vieth. – Ein Nest. – Da ist man Zuhause. – Für die Künstlerin sind die Objekte aus der Serie „around“ lichte Räume. – Das passt.

Für alle Beteiligten war es ein wunderbares Erlebnis. Herr Vieth und das Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen planen die Fortsetzung solcher Begegnungen von Schule und zeitgenössischer Kunst.

Das Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen wird sich darüber hinaus gern bemühen, mit weiteren Schulleitungen und Kunstlehrern in Übach-Palenberg in Kontakt zu kommen, um noch mehr Kindern und Jugendlichen einen Kontakt mit  Kunst zu ermöglichen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Mai an Sonn-und Feiertagen von 11 – 18 Uhr und montags von 16 – 20 Uhr sowie mit Absprache zu sehen. Kontakt: thielkti@t-online.de.

Titelbild: Sabine Jacobs im Gespräch mit Schülern
der Klasse 8c des Carolus-Magnus-Gymnasiums
Übach-Palenberg

Foto: Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen

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