Entgegen der ihnen nachweislich bekannten Faktenlage dichtet die zuständige Lokalredaktion vom Aachener Zeitungsverlag zehn Tage vor der Bundestagswahl einem marokkanischen Asylanten aus Übach-Palenberg schlicht und ergreifend einen Mord an. 

Vom Prozess vor dem Aachener Schwurgericht hatte Wolfgang Schumacher von der Anklage gegen einen Asylbewerber aus Marokko wegen versuchten Mordes berichtet. Dies hinderte die Redaktion der Geilenkirchener Zeitung offensichtlich nicht daran, am 14. September 2017 den Aufmacher „Handfeste Prügelei endet tödlich“ über den Bericht zu setzen. Dies geschah nicht zufällig, denn auch in der Internet-Ausgabe vom 13. September 2017 wurde folgender Titel gewählt: „Nur gewehrt? Tödliche Prügelei vor Gericht„.

Laut Information vom Pressedezernenten des Landgerichts Aachen, Dr. Daniel Kurth  lautet die Anklage „auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Einen tödlichen Ausgang hatte die Auseinandersetzung laut Anklage nicht – ausweislich der Anklage hat das Opfer Ahmed S. durch die Tat diverse Verletzungen erlitten.

Der Flüchtlingshilfeverein  „Übach-Palenberg Hand in Hand e.V.“ wurde bisher vergeblich um eine Stellungnahme gebeten.

Mir ist völlig unbegreiflich, wie sich die Lokalredaktion über ihnen vorliegende Fakten auch zum Nachteil des Images der Stadt Übach-Palenberg derart hinwegsetzen kann. Wer trägt hierfür die Verantwortung?

von Hartmut Urban

NACHTRAG vom 30.09.2017:

Die Zeitung hat sich überraschenderweise vom eigenen Bericht (siehe oben) distanziert und zudem die Überschrift  der  Internet-Ausgabe vom 13. September 2017 korrigiert. Dort steht jetzt nicht mehr: „Nur gewehrt? Tödliche Prügelei vor Gericht„, sondern statt dessen:  „Nur gewehrt? Brutale Prügelei vor Gericht“.

So etwas hat es nach meiner Beobachtung in den letzten Jahren nicht gegeben.

Es beruhigt mich, dass der Leiter der Lokalredaktion meine Sichtweise ernst genommen hat, Schaden von der Stadt wie vom Betroffenen abzuwenden. Er hat sogar um Entschuldigung gebeten.

Ich wünsche mir, dass die Lokalredaktion in Zukunft verantwortungsvoller mit ihrer eigenen Berichterstattung umgeht.

 

Lesen Sie selbst: Geilenkichener Zeitung vom 30.09.2017