Ein Lehrbeispiel wie Fake News mit einem wahren Kern offenbar bewusst in die Welt gesetzt werden, bietet erneut der Lokalredakteur Jan Mönch. Sein Artikel zur Rauschgiftkriminalität in Geilenkirchen verbreitet ein diffuses Gefühl der Unsicherheit, weil er wesentliche Fakten der Leserschaft vorenthält.

Der Artikel „Kriminell, perspektivlos, zwölf Jahre jung“ von Jan Mönch basiert auf Informationen von einer Podiumsdiskussion vom 5.10.2017. Auch der Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde Heinsberg hatte teilgenommen. Dort wurde die Kriminalitätsentwicklung in Geilenkirchen angesprochen. Mönch verbreitet isoliert einen Teil der dort gegebenen Information angsteinflößend, dass sich die Zahl der Betäubungsmitteldelikte in Geilenkirchen von 2015 auf 2016 „nahezu verdoppelt“ habe.

Was Mönch verschweigt, ist, dass es sich bei den angesprochenen Betäubungsmitteldelikten um sog. „Kontrolldelikte“ handelt. Die Polizeihauptkommissarin und Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Heinsberg, Angela Jansen, meint zu den BTM-Delikten aus Geilenkirchen: „Das bedeutet, dass mehr Kontrollen auch eine Aufdeckung des Dunkelfeldes bewirken. Mehr Kontrollen durch die Polizei bedeuten demnach auch höhere Fallzahlen, wie im Vergleich der Jahre 2015 und 2016.“

Hier wäre m.E. ein dickes Lob für die Polizeiarbeit angemessener gewesen, als diffuse Ängste bei der Bevölkerung mit Halbinformationen zu schüren.

Jan Mönch versteigt sich gar in seinem Kommentar „Stimmen aus dem Halbdunkeln“ wiederholt zu einem Kriminalitätsvergleich zwischen Geilenkirchen und Johannesburger Township.  Er folgert daraus, dass sich die deutschen Behörden „in den Amtsstuben mit Statistiken die Augen“ zuhalten.

Auch wenn jeder Einzelfall einer zu viel ist, insbesondere bei Jugendlichen unter 14 Jahren, lohnt es sich m.E. doch mal einen Blick auf das Zahlenwerk selbst zu werfen.

Der Anteil der BTM-Delikte an der Gesamtkriminalität 2016 für den Kreis Heinsberg lag bei 3,62 Prozent. Da laut KHK Angela Jansen in Geilenkirchen etwa 10 Prozent der Menschen vom Kreisgebiet leben „und die Kriminalität dort dazu passend auch in diesem Bereich – natürlich in den Jahren und von Delikt zu Delikt leicht schwankend“ liegt, würde dies für Geilenkichen bezogen auf BTM-Delikte bedeuten: ca. 0,36 Prozent.

Welches genaue Ziel also verfolgt hier Jan Mönch wirklich?

 

von Hartmut Urban

One thought on “Mit verkürzten Polizeiinformationen ein Gefühl der Unsicherheit verbreitet

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