Übach-Palenberg. Norma Kuhlmey war stets eine engagierte Frau, wenn es um die berechtigten Belange von Mitmenschen ging. So hatte sie als Stadträtin immer einen guten Namen. 

Es ist nun mehr als ein Jahr her, da erlitt die ehemals SPD-Stadträtin Norma Kuhlmey am 15. März einen Schlaganfall. Ob es die Aufregungen waren, dass sie von ihrer Partei nach so vielen engagierten, aufopferungsvollen Jahren einfach beiseite geschoben und nicht wieder aufgestellt wurde?  Wer kann das schon so genau zuordnen.

Jedenfalls tief enttäuscht war sie damals schon und sagte laut, so wie sie es immer getan hatte, was sie dachte und für richtig hielt. Und vor allem ließ sie in ihrem Wirkungsbereich stets Taten sprechen. Das ist wohl auch der Grund, dass sie, wo immer sie hinkommt, noch heute freundlich begrüßt und herzlich empfangen wird.

Doch der Tag des Schlaganfalls, zehn Wochen vor der Kommunalwahl, war ein weiterer tiefer Einschnitt in ihren Leben. Sie verlor nicht nur ihr Amt, sondern auch ihre stets überzeugende Sprachgewalt. Selbst nach der REHA blieben Probleme beim Sprechen zurück. Mediziner nennen das Aphasie.

Doch wer geglaubt hatte, Norma Kuhlmey würde sich zurückziehen und in ihr Schicksal fügen, der kannte sie schlecht. Problem erkannt gründete sie gleich nachdem es ihr wieder etwas besser ging, auf Kreisebene die „Aphasie-Selbsthilfegruppe nach einem Schlaganfall“.

Heute ist die Lieblingsfarbe von Norma Kuhlmey „blau“ und wer will es ihr verdenken. Wohl eher zufällig so, wie das blaue Ei auf den im Stadtgebiet hängenden Osterplakaten, werden die meisten der Eier, die Norma Kuhlmey in die bereitgestellten Farben taucht nun mal blau.

•-CDU-Ostergrüße

derzeit hängendes Plakat zu Ostern 2015: CDU ÜP

„Wir treffen uns einmal im Monat, immer am ersten Donnerstag in der Logopädiepraxis am Übacher Rathausplatz, und wenn bald Fronleichnam ist, dann auch am zweiten Donnerstag“, sagt sie mit dem deutlichen Unterton, dass auch andere Betroffene sich zu ihnen gesellen können. „Kaffee und was Leckeres gibt es immer bei uns“, wirbt Norma weiter.

Aber auch aktuelle Informationen über die Art der Erkrankung, die alle Gruppenmitglieder plötzlich und unerwartet getroffen hat, werden rege ausgetauscht. Immer wieder fehlen die passenden Worte. Was früher flüssig über die Zunge ging, wird heute zum Alltagsproblem. „Darum werden wir in der zweiten Jahreshälfte auch Fachvorträge und Diskussionsrunden mit Experten anbieten“, stellt Norma Kuhlmey in Aussicht und man spürt sofort, sie ist aktiv wie eh und je.

Norma legt auch größten Wert auf Geselligkeit, denn das warmherzige menschliche Miteinander gibt allen Beteiligten in der Gruppe ein gutes Gefühl. Es ist alles in allem doch eine angenehm lustige Runde. Bei einem leckeren Grillfest im Sommer soll nebenbei auch die Öffentlichkeit über die Aktivitäten der Gruppe weiter informiert werden.

 

Titelfoto: Jürgen Dackweiler

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One thought on “Norma Kuhlmey – die Ex-Stadträtin ist immer noch aktiv

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