Polythex schafft Arbeitsplätze und zahlt Gewerbesteuer, belästigt aber mit Gerüchen die Anwohner

Übach-Palenberg. Jetzt ist es amtlich. Polythex plant den derzeitigen Produktionsstandort mit vielen hundert Mitarbeitern aufzugeben. Die Hoffnung besteht, dass Polythex einen neuen Standort im Stadtgebiet finden wird.

Die Nachricht, dass Polythex den derzeitigen Produktionsstandort aufgeben will, hat mehrere Aspekte. Was bedeutet das für Polythex selbst? Welche Investitionssummen stehen für einen Unfug und Neubau im Raum? Was bedeutet das für die Arbeitnehmer von Polythex? Können und werden sie ihren Arbeitsplatz erhalten? Was bedeutet das für die gesamte Bürgerschaft von Übach-Palenberg, wo bekanntlich Polythex durch Gewerbesteuer ein großer Aktivposten für den städtischen Haushalt ist? Und schließlich, was bedeutet das für die Anwohner, die sich seit geraumer Zeit gegen die zeitweise enorme Geruchsbelästigung zur Wehr setzen?

Es gibt derzeit keine eindeutigen Antworten, denn zu viel ist noch in der Schwebe

Die gute Nachricht für die Anwohnern wie eine Initiative gegen Geruchsbelästigung könnte sich als schlechte Nachricht für die Bürgerschaft der Stadt Übach-Palenberg, die Arbeitnehmer und deren Familien wie die Finanzsituation der Stadt Übach-Palenberg herausstellen.

Der Firmenleitung von Polythex kann es wohl im Gegensatz zur Interessenlage der Stadt Übach-Palenberg am Ende egal sein, wo sie ihre neue Fabrik baut, ob möglicherweise auch außerhalb der Stadtgrenzen von Übach-Palenberg. Da aber der neue geplante Standort noch nicht mit allen Genehmigungen unter Dach und Fach ist, wäre bei einer im Raum stehenden Investitionssumme von ca. 10 Millionen Euro, die sie braucht, um möglichst innerhalb der Stadtgrenzen von Übach-Palenberg das neue Werk zu errichten, abzuwägen, inwieweit man der Firma Polythex die notwendige Zeit zum Neubau einräumt.

Wir erinnern daran, dass der Firma Polythex vom Kreis Heinsberg per Ordnungsverfügung auferlegt worden war, Maßnahmen zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen der Anwohner bis zum 1. Juli unter Androhung von Zwangsgeldern umzusetzen. Ob der Termin eingehalten werden kann und ob es betriebswirtschaftlich Sinn macht, noch verlustreiche größere Investitionen am alten Standort zu tätigen, die ganz offensichtlich verloren gingen, bleibt abzuwarten.

Die Firma Polythex wolle – so heißt es seitens der Kreisverwaltung Heinsberg – „schnellstmöglich“ ein neues, patentrechtlich geschütztes Verfahren zur Vermeidung von Gerüchen am alten wie neuen Standort einsetzen, dass aber noch in der Erprobungsphase sei. Polythex arbeite mit Hochdruck an dieser einmaligen neuen Herangehensweise und hätte im Falle des höchst wahrscheinlichen Gelingens ein ebenso erfreuliches, wie wirtschaftlich interessanten Alleinstellungsmerkmal nicht nur auf dem deutschen Markt.

Es wird also wohl darauf ankommen, ob die Beteiligten der Firma Polythex die notwendige Zeit gewähren, eine neues Verfahren der Filtertechnik zu erproben, bzw. das patentrechtlich geschütztes Verfahren zur Vermeidung von Gerüchen umzusetzen.

Titelbild: Firma Polythex in Übach-Palenberg
Foto: Hartmut Urban

 

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Freifunk Übach-Palenberg

One thought on “Polythex gibt Standort auf

  1. Naja, Geruchsbelästigung hin oder her, aber man sollte die Angelegenheit auch mal aus der Sicht der Belegschaft betrachten, die eventuell ihre Arbeitsplätze am Ort verlieren werden. Da kann man ja nur hoffen, dass dass neue Verfahren wirklich bald funktioniert, und alle werden wieder glücklich sein. 😉

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