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Stadtanzeiger Übach-Palenberg: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

Übach-Palenberg / Frelenberg. Pro8 Frelenberg wird zehn – vor zehn Jahren hat die Heinrichs Gruppe neue Maßstäbe in der Betreuung von Menschen mit Demenz gesetzt: 2005 wurde in Frelenberg das Pro8-Haus eröffnet. Zehn Jahre mehr Lebensqualität – das feiern Anfang September Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter.

Der Begriff Pro8 steht für eine besondere Architektur, die demenzkranken Menschen mehr Lebensqualität bietet als die eines üblichen Pflegeheims. Breite, lichtdurchflutete Flure, großzügige Aufenthaltsräume und der zum Verweilen einladende Dorfplatz – das sind die Charakteristika der Pro8-Häuser. „Weil die Häuser in Form einer Acht gebaut sind, werden sie außerdem demenzkranken Menschen mit hohem Bewegungsdrang gerecht“, erklärt Roswitha Hoffmann, Einrichtungsleiterin der Pro8 Frelenberg. Die Idee für das Pro8-Konzept kam Johannes Heinrichs, Geschäftsführer der Heinrichs Gruppe, bei einem Formel-1-Rennen im Jahr 2000: Warum nicht einfach das Prinzip der unendlichen Strecken auf ein Pflegeheim übertragen? 2003 und 2004 wurden die beiden Pro8-Einrichtungen in Kückhoven eröffnet, 2005 folgte das Haus in Frelenberg, 2008 die Einrichtung in Bedburg, 2009 das Haus Würselen. 2007 bekam die Heinrichs Gruppe für das Pro8-Konzept den Innovationspreis der Region Aachen.

Mit dem Pro8-Konzept hat die Heinrichs Gruppe neue Maßstäbe in der Betreuung demenzkranker Menschen gesetzt.

Auch das Betreuungskonzept in den Pro8-Häusern ist ein besonderes. Es geht nicht darum, den Bewohnern zu zeigen, dass sie nicht mehr alles können. Sondern sie bei dem zu unterstützen, was sie noch können. Dieses Verständnis von Demenz geht auf den britischen Psychogerontologen Tom Kitwood zurück, der den Begriff des personenzentrierten Ansatzes geprägt hat. Von ihm stammt ebenfalls das Dementia Care Mapping (DCM), ein wissenschaftliches Beobachtungsverfahren, das zur Verbesserung der Pflege und Betreuung von Demenzkranken dient. Anhand des DCM können die Mitarbeiter der Pro8 Frelenberg beispielsweise erkennen, ob sich ein Bewohner wohl fühlt. Die Beobachtung übernehmen speziell ausgebildete Fachkräfte. Sie versuchen anhand von Körpersprache, Gestik und Mimik die Gefühlslage des Bewohners zu beurteilen und kleinste Veränderungen beispielsweise in der Körperhaltung wahrzunehmen, die Hinweise auf das Empfinden geben.

Titelbild: Roswitha Hoffmann, Einrichtungsleitung,
und ihr Team der Pro Frelenberg orientieren sich
bei ihrer Arbeit am britischen Psychogerontologen Tom Kitwood,
der den Begriff des personenzentrierten Ansatzes geprägt hat.

Foto: Heinrichs Gruppe

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