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Kreis Coesfeld. Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Kreisgesundheitsamtes steht vor neuen Herausforderungen – über 30 Jahre nach ihrer Gründung.

Unter den Ratsuchenden zur Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sind aktuell viele Flüchtlinge, die häufig einen besonderen Beratungsbedarf haben. Zudem werden die wirtschaftlichen Mehrbelastungen vieler Familien stark sichtbar: „Es ist eine Zunahme komplexer gewordener Beratungssituationen zu verzeichnen“, berichtet Diplom-Sozialarbeiterin Birgit Deese, die von Anfang an dabei ist.

Seit Mai dieses Jahres wird Deese zudem von einem männlichen Kollegen, Sozialarbeiter Stefan Kraus, unterstützt. Neben allgemeinen Themen der Familienplanung und der Sexualität kann es für viele Männer hilfreich sein, sich in einer Konfliktsituation an die Beratungsstelle zu wenden. Denn eine Schwangerschaft, ob geplant oder ungeplant, löst bei jeder Frau und jedem Mann verschiedenste Empfindungen aus. Eine ungeplante Schwangerschaft bedeutet oft eine Krisensituation, in der in sehr kurzer Zeit eine existentielle Entscheidung getroffen werden muss. „Wir helfen, den Ratsuchenden ihre Entscheidung zu treffen, ohne sie ihnen abzunehmen“, erläutert Deese. In der Schwangerschaft können werdende Mütter und Väter auch in Begleitung von Partner oder Partnerin, von Familienangehörigen oder etwa einer Freundin beraten werden. Thematische Schwerpunkte sind auch Fragen der Familienplanung und Verhütung; die Fachleute unterstützen aber ebenso bei Partnerschaftskrisen und Konflikten rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Sexualität. „Wir informieren über die finanzielle Absicherung und vermitteln Beihilfen“, betont Stefan Kraus.

Notwendige Informationen zum Schwangerschaftsabbruch werden gegeben. Die Beratung ist anerkannt und es wird ggf. eine Beratungsbescheinigung gem. § 218/219 StGB ausgestellt. Die Beratungen sind kostenfrei und auf Wunsch anonym. Das Team unterliegt der Schweigepflicht und vermittelt auch andere Beratungsmöglichkeiten, wenn es selbst nicht die richtige Anlaufstelle ist. „Wichtigster Ansatzpunkt der Beratungsarbeit“, erklärt Deese, „ist  das Angebot einer niedrigschwelligen Unterstützung für Einzelne, Paare und Familien in der anonymen Fallberatung – und zwar möglichst, bevor manifeste Probleme und festgefahrene Situationen aufgetreten sind.“

Persönliche Gesprächstermine zur Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung können jederzeit individuell vereinbart werden. Auf Wunsch werden auch Hausbesuche vorgenommen. Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Kreises Coesfeld ist telefonisch erreichbar unter 02541 / 18-5318 oder 18-5317.

 

Titelbild: Birgit Deese und Stefan Kraus

Foto: Kreis Coesfeld

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