Geilenkirchen. Wie schon im Selfkant und in Übach-Palenberg scheinen die Sozialdemokraten auch in Geilenkirchen keine Führungskräfte mehr aus den eigenen Reihen finden zu können. In Übach-Palenberg erlitten die Sozialdemokraten eine vernichtende Niederlage, im Selfkant unterstützt die SPD einen 28jährigen FDP-Mann aus Essen, in Geilenkirchen nun offenbar aus lauter Not den Kandidaten der freien Bürgerliste. Es kommt in Ergebnis einem politischen Offenbarungseid auf breiter Front gleich.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten beispielsweise die Sozialdemokraten in Übach-Palenberg mehr als doppelt so viele Mitglieder wie heute und im Selfkant ist man heute von der Spitze mit 84 SPD-Mitgliedern heute weit entfernt. So hat den auch der amtierende Stadtverbandsvorsitzende aus Übach-Palenberg, Alf-Ingo Pickartz, zur Altersstruktur seiner Partei öffentlich Stellung genommen, indem er feststellte: es gebe in der AG 60 plus fast mehr 70- als 60-Jährige, was ein Problem darstelle, „selbst in diesen Reihen Nachwuchs zu finden“.

So wundert es kaum, dass nun auch die Sozialdemokraten aus Geilenkirchen sich nun für den Kandidaten der Bürgerliste Christian Kravanja aussprechen, anstatt jemanden aus den eigenen Reihen aufzustellen. Es ist in der Satdt kein Geheimnis, dass die Sozialdemokraten eigentlich lieber einen eigenen Kandidaten ins Rennen ums Rathaus geschickt hätten. Eine Findungskommission blieb anfangs ohne Erfolg, bis ein Bewerber dann doch den Sozialdemokraten zusagte, doch seine Bewerbung dann doch wieder zurückzog.

Der Verbandsvorsitzende Stefan Mesaros erklärte: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht“. Es habe jede Menge Vorstandssitzungen wie Mitgliederversammlungen zum Thema gegeben, bei denen sehr intensiv diskutiert worden sei. Auch die freien Wählervereinigungen, zu denen ja die Bürgerliste zählt, gelten als deutlich konservativ geprägt.

Nun wollen die Sozialdemokraten im Geilenkirchener Wahlkampf um das Bürgermeisteramt für Kravanja trommeln gehen, obwohl „die Wahl ist nicht einstimmig ausgefallen ist“. Es bleibt abzuwarten, ob sie wirklich Elan zeigen, oder doch eher halbherzig mit den selbst ausgestellten politischen Offenbarungseid in der Tasche dem 13. September, den Tag der Bürgermeisterwahl herbeisehnen.

Titelbild: Rathaus von Geilenkirchen
Foto: Hartmut Urban

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