Übach-Palenberg. Verleumdungen sind Ungeheuerlichkeiten, die Betroffene meint zuletzt erfahren. Ein nebenbei gezielt gesprochener Satz und schon ist der Nährboden für ein Gerücht bereitet, weil Menschen sich gern „einen Reim aus dem machen“, was sie hören. Doch dieser stimmt – wenn überhaupt – dann nur rein zufällig manchmal mit der Wahrheit überein. Viele Mitmenschen nehmen solche „Andeutungen“ gerne auf und verbreiten sie angereicht durch eigene Fantasien als angebliche Neuigkeit weiter.

Konfrontiert mit der Aussage, folgt meist eine der zwei stereotypen Ausreden: 1. „Das habe ich so nicht gesagt“ oder 2. „Das habe ich so nicht gemeint“. Nur weiß man aus der Kommunikations­forschung hinreichend genau, dass nicht das exakt gesprochene Wort weitergetragen wird, sondern der Sinn. Und dieser ist beinahe durchgängig eindeutig.

In sozialen Netzwerken wie etwa bei Facebook verhält es sich grundsätzlich etwas anders, denn hier überwiegen neben eingestellten Bildern, Textgrafiken und Videos vor allem die reinen Texte mit Verständigungshilfen wie sog. „Smiley Icons“ die gepostet werden.

Hier werden oft nicht zu Ende ausgetragene Konflikte als Schäh-, Beleidigungs- oder Verleumdungseinträge von Fake Accounts aus gestartet, oder nachdem die entsprechende Person „geblockt“ wurde bzw. in Gruppen, zu denen das ausgesuchte Opfer keinen Zugang hat. Gerade gleichgesinnte Gruppen können leicht zum Brutherd eines aus der virtuellen in die reale Welt überschwappenden handfesten Mobbing werden.

Zu allem Überfluss stehen die Opfer im Rampenlicht, während die eigentlichen Verursacher meist unterkannt oftmals streng systematisch aus dem Hintergrund agieren. Ein solcher Konflikt, wenn er sich erst einmal ausgeweitet hat, ist asymmetrisch angelegt und allein mit guten Worten nicht mehr aus der Welt zu schaffen.

Aber es kommt auch vor, dass in Threads in der Hitze des Gefechts die Grenzen des guten Anstandes bis hin zu juristisch bedenklichen Einträgen überschritten werden. Hier kennen sich die Kontrahenten meist nur aus dem Internet und prügeln oft bei geringsten Missverständ­nissen, die im realen Leben durch Mimik, Gestik, Tonfall und Körperhaltung erst gar nicht entstanden wäre, hemmungslos aufeinander ein, bzw. mehrere ein eine Person, wie die Hyänen bei geschwächter Beute.

Wenn gruppendynamische Prozesse und Eskalationen erst einmal in Gang gesetzt sind, bedarf es einer ungeheuren Energie, diese wieder zu stoppen, denn die Dynamik selbst ist gebündelte Energie, wenn auch häufig mit negativen Resultaten, die sich nicht einfach in Luft auflöst. Am Ende will es jeder Einzelne nicht gewesen sein, sich nichts Genaues dabei gedacht haben, und dann heißt es nicht selten lapidar: „eigentlich interessiert mich das gar nicht “.

 

Nur 29 Dominosteine wären in der Lage, das Empire State Building zum Einsturz zu bringen. Schauen Sie selbst:

Dominosteinen

(Jeder von uns, nimmt sich im Verhältnis zum Resultat wie ein kleiner unbedeutender Dominostein war)

 

Vielleicht verstehen manche jüngere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die das Naziregime selbst aus der „Gnade der späten Geburt“ nicht miterleben mussten, warum so viele Deutsche nach dem Zusammenbruch „von nichts gewusst haben“ wollen. Die Mechanismen, ob im Großen oder im Kleinen, sind letztendlich erschreckend identisch.

Ich kann nur jeden Mitbürger und Teilnehmer an sozialen Netzwerken dringend davor warnen, diese Automatismen menschlichen Verhaltens auf die leichte Schulter zu nehmen. Letztlich hilft nur die Frage: Wer hat was von einer Verleumdung? Wer die oft versteckte Interessen­lage erst einmal analysiert hat, kann diese offenlegen und so die eigene Reputation möglicher­weise ein Stück weit bei Menschen, die einsichtig und einem wertvoll sind, zurückgewinnen.

 

 

 

 

One thought on “Tipp: Verleumdungen in Facebook – Was nun?

  1. Ja ,so ist es Hartmut Urban.
    Danke für den Kommentar, ich hoffe ,das Ihn viele Bürger lesen.

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