Übach-Palenberg. Die „schwarze Null“ des Finanzministers Schäuble ist bekanntlich umstritten. Oft auch als Kampfbegriff genutzt, spaltet die „schwarze Null“ die Gemüter und verengt den Blick. Gemeint ist wohl ein wie auch immer und mit welchen Tricks ausgeglichener Haushalt, für den sich die Bundesregierung 2014 öffentlich selber feierte und von willfährigen Medien gefeiert wurde. Aber warum nur versucht der Aachener Zeitungsverlag vor Ort in Übach-Palenberg die Gemüter zu erregen, wo doch kein Wahlkampf aktuell ansteht?

Grüne Stadt ÜP

Wer nämlich in Übach-Palenberg 1 und 1 zusammenzählen kann, der wird kaum auf die fantastisch zu nennende Idee kommen, der Haushalt der Stadt sei bei dem ererbten Schuldenberg kurzfristig auszugleichen. Wer dann noch die kühne Behauptung aufstellt, der verstärkte Gründschnitt der Stadt diene der „schwarzen Null“, der sollte dringend den Arzt aufsuchen, noch einmal die Schulbank drücken oder macht sich hinreichend verdächtig, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Übach-Palenberg für dumm verkaufen zu wollen.

Doch genau dies schein gerade abzugehen: Die seit langem nicht mehr objektiv berichtende Tageszeitung hat vor zwei Tagen unter der abwertenden Überschrift: „Schwarze Zahlen, graue Straßen?“ öffentlich die Frage aufgeworfen, „ ob eine Stadt zum Erreichen von schwarzen Zahlen graue Straßen in Kauf nehmen sollte“ und vordergründig witzig mit Karikatur hinzugefügt: „Die Rodung dient nicht der schwarzen Null im Haushalt. Hand drauf.”

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Doch wie das Leben so spielt, geht meist die Saat auf, die die Presse streut. So greift denn auch prompt Klaus Reinartz der Propaganda der Tageszeitung auf fragt, deutlich die einseitigen Wertungen der Zeitung hinsichtlich eines angeblich „rigoroser Grünschnitt aus Kostengründen“ übernehmend: „Wird <rigoroser Grünschnitt aus Kostengründen> langfristig nicht teurer? Wohin steuern wir, wenn nur rein betriebswirtschaftlich schwarze Zahlen verfolgt werden, der Kern einer zukunftsweisenden Stadtentwicklung dem jedoch widerspricht?“

Wurm+Wurmtal

Zur Klarstellung: Der Grünschnitt soll so vorgenommen werden, dass im Ergebnis statt drei nur noch zwei Maßnahmen im Jahr notwendig sind. Dies spart Kosten und befreit viele Bürgerinnen und Bürger von ständigen Verunreinigungen unter den Bäumen wie lästiges Laubfegen im Herbst und trägt dazu bei, dass die Gebühren für alle Mitbürger nicht erhöht werden müssen. Der deutliche Mehrzahl der Menschen in Übach-Palenberg gefällt die ständige Miesmacherei der Opposition im Einklang mit der Tagespresse schon lange nicht mehr. Sie wollen einfach endlich in Ruhe gelassen werden und auf ihre Heimat stolz sein, so wie sie ist und in der sie leben.

Wer aber glaubt, in Übach-Palenberg eine Stadt mit „grauen Straßen“ vorzufinden, dem sei angeraten, die Augen zu öffnen und die ca. 9.000 innerstädtischen Bäume zur Kenntnis zu nehmen. Menschen aus anderen Teilen der Republik beneiden uns um die nahe Natur und bringen es mit dem Satz auf den Punkt: „Wohnen, wo andere Urlaub machen.“ So kann auch Manchem, der es immer noch nicht glauben mag, ein Spaziergang in die nah gelegenen Felder und Wälder, Fußauen, Seen, Fischteiche, Bäche und Parks helfen, richtig durchzuatmen und dann die Realitäten der liebens- und lebenswerten Stadt im Grünen mit anderen Augen zu sehen. Denn zur Lebensqualität gehört auch, das Nörgeln und Mitmachen sein zu lassen und die diversen Qualitäten des Lebens und der Umwelt überhaupt erst einmal richtig zur Kenntnis zu nehmen.

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 Fotos: Stadt Übach-Palenberg und Hartmut Urban

 

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