Übach-Palenberg. Die Finanzen der Stadt Übach-Palenberg lassen derzeit keine zusätzlichen Schönheitsrückschnitte an Bäumen zu, um ein paar Ästheten und Grün-Bewegten zu gefallen. Ein Mehr an Pflege und Hege des innerstädtischen Grüns bedeutet im Ergebnis, einer Erhöhung der Gebühren für alle Bürgerinnen und Bürger. Das ist die bittere Wahrheit, an der sich die Diskussion orientieren sollte.

Wer von „rigorosen Zurückschneiden“ spricht oder schreibt, macht sich mitverantwortlich für ein möglicherweise aufkommendes schlechtes Klima in der Stadt, das die deutliche Mehrheit der Menschen nicht wünscht. Fakt ist: Bäume, die eine Gefahr beispielsweise für Kinder auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule, ältere Mitbürger oder einen von uns darstellen, müssen beseitigt werden, bevor ein Unglück passiert.

Nun wenden aber überzeugte Innenstadtgrün-Beführworter gerne ein, nicht jeder Baum, der deshalb gefällt wurde, sei wirklich so krank gewesen, dass er hätte gefällt werden müssen. Doch auf die Frage, wer letztlich die Verantwortung im Falle eines Schadens übernimmt, macht sich Stille breit. Wir verstehen, dass der Stadtverwaltung und dem Bauhof  bei etwa 9.000 innerstädtischen Bäumen „Sicherheit vor Schönheit“ zu gehen hat. Und wenn ein Baum im Stamm noch in Ordnung erscheint, heißt das nicht, dass von Teilen der Baumkrone mit zum Teil morschen scheren Ästen keine Gefahr ausginge. Und solange der Baumdoktor des Bauhofs nicht verfügbar ist und jede Begutachtung durch ein fremdes Institut jede Menge Geld kostet, dass die Stadt nicht hat, muss im Zweifel Sicherheit vor Schönheit gehen.

Wann immer einzelne Bürger, Interessengruppen oder die lokalen Medien sich stark machen für etwas, was dem Zeitgeist zu entsprechen scheint, wie im Falle Duisburg, sind – wenn wirklich was passiert ist – genau diese Leute nicht mehr da, bzw. blasen noch ins Horn: „Wie konnte das bloss passieren? Wer ist hier verantwortlich?!“

Wenn nun auch lokale Medien auf den Zug aufspringen und populistisch auf jeden sich bietenden Trend aufzuspringen versuchen, wissen Insider schon längst: Sie glauben künstlich geschürte Konflikte zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung nutzen zu können, um die drastisch sinkenden Auflagezahlen stoppen zu können. Streit und Sensationen fördern die Verkaufszahlen. Diese Methode ist inzwischen nicht nur in Übach-Palenberg zu beobachten.

Wir bleiben für Sie am Baum!
Übrigens: Der Stadtanzeiger – online – wird nicht wie die lokale Tageszeitung und die bekannten Anzeigenblätter auf Kosten von ganzen Wäldern, gedruckt. Für deren Massen an Papier leidet auch der CO2-Wert.
Wir sind tatsächlich umweltfreundlich, weil wir kein Holz der Bäume für unsere Veröffentlichungen benötigen und auch die Entsorgung unserer –online- Informationen stellen für unser aller Umwelt keine Probleme dar; denn wir rauben nicht einmal viel Speicherplatz und sind im Zweifel nur ein Klick vom elektronischen Papierkorb entfernt.

 Titelbild, ein wegen Bauarbeiten gefällter Baum an der Hauptschule in Boscheln. Foto: Richard Herber

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One thought on “Übach-Palenberg: Sind Innenstadtbäume wirklich wichtiger als Menschenleben?

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