StädteRegion Aachen. Schwerhörigkeit ist mittlerweile eine Volkskrankheit und gehört zu den sechs häufigsten Erkrankungen, die die Lebensqualität am meisten beeinträchtigen. In Deutschland ist fast jeder Fünfte hörgeschädigt, Tendenz steigend. Das Inklusionsamt der StädteRegion Aachen und das Hörgeschädigtenzentrum Aachen laden am Donnerstag, dem 07. Mai, zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Alle mal herhören“ ins Simmerather Rathaus ein. Dort beschäftigen sich Experten mit dem Thema „Induktive Hörsysteme“ und wie sie hörgeschädigte Menschen im Alltag unterstützen können. Beginn ist um 18.00 Uhr, der Eintritt ist frei. Interessierte werden gebeten, sich beim Inklusionsamt (Tel.: 0241/5198-5800, E-Mail: inklusionsamt@staedteregion-aachen.de) anzumelden.

In Simmerath werden als Fachleute unter anderem Marion Bergk (Hörgeschädigtenzentrum Aachen) und Erich Stier (Initiative „induktiv besser verstehen“) mit Vorträgen ins Thema Schwerhörigkeit einführen. Bettina Herlitzius, Leiterin des städteregionalen Inklusionsamtes, wird den Infoabend offiziell eröffnen. Zuschauern wird darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, sich in einer anschließenden Gesprächsrunde miteinzubringen. Nach dem Auftakt in Simmerath wird es weitere Veranstaltungen in der StädteRegion geben, im Juni in Eschweiler, im Oktober in Stolberg und im Dezember in Alsdorf.

Schwerhörigkeit grenzt aus

Von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind schwerhörige Menschen weit mehr ausgeschlossen als allgemein von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Denn Schwerhörigkeit ist eine unsichtbare Behinderung und führt zu Kommunikationsschwierigkeiten. Betroffen sind besonders Menschen ab 50. Aufgrund von steigenden Lärmeinwirkungen werden auch immer mehr junge Menschen schwerhörig. Besonders die Akustik in öffentlichen Räumen ist für schwerhörige Menschen eine Herausforderung. Stör- und Nebengeräusche sowie Schall- und Echoeffekte machen das Hören und Verstehen trotz moderner Hörsysteme nahezu unmöglich. Hier sind induktive Höranlagen eine große Hilfe. Das gewünschte akustische Signal (Sprache, Musik) wird direkt an der Schallquelle aufgenommen und über ein Magnetfeld in das Hörsystem oder das Cochlea-Implantat (CI) des schwerhörigen Menschen übertragen. So werden Stör- und Nebengeräusche weitgehend ausgeschaltet und der Schwerhörige empfängt ein optimales Signal. Das gute Verstehen wird dadurch wesentlich erleichtert, und der Besuch eines Theaterstücks oder eines Vortrags kann so auch für schwerhörige Menschen wieder zum Genuss werden. Induktive Höranlagen leisten deshalb einen wichtigen Beitrag beim Abbau öffentlicher Kommunikationsbarrieren und somit zur Inklusion schwerhöriger Menschen.

 Titelbild: Logo der StädteRegion Aachen

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