Völlig überraschend für mich wurde ich unterwegs in Süddeutschland ange­rufen. Es stünde ein schlimmer Artikel in der Aachener Zeitung. So erlebte ich den Start der sog. Propaganda-Affäre.

 

 

 1. ERLEBNISBERICHT VON HARTMUT URBAN

 

Was ich da las, machte mich perplex. Bereits der erste Absatz war dreist erlogen. [vgl. Teil 1 Im Selfkant und Teil 2 Eurolog] Auch der übrige Artikel strotzte vor Gehässigkeit mir gegenüber. Halbwahr­heiten und weitere aus der Luft gegriffene Unterstellungen folgten.

Verdammt noch mal, schoss es mir durch den Kopf, was wollen die von mir? Ich lebe schon seit 12 Jahren nicht mehr in der Stadt Übach-Palenberg und bin genau so lange nicht mehr SPD-Mitglied. Wo stehe ich wem im Weg?

Beim genaueren Nachlesen fielen mir die typische Wortwahl wie der Stil auf, den ich aus meiner aktiven Zeit von den Genossen in Übach-Palenberg nur zu gut kannte.

Gerade an ein besonderes Zitat eines ehemals führenden Sozialdemokraten der Stadt erinnerte ich mich spontan, das mich schon seinerzeit so richtig irritiert hatte:

Wenn Du in einer Sachfrage nicht obsiegen kannst, geh Deinem Widersacher an die Reputation und wenn nötig, an die Existenz. Dann erledigt sich die Entscheidung in der Sache von selbst.

Sollten einige Genossen aus Übach-Palenberg tatsächlich immer noch nach diesem Muster Politik machen? Sollten sie die eigene Stadt in der Region Aachen mit ihren ureigenen ungelösten Problemen weiter vergiften? Wie ich sie von damals kannte, haben sie sich gegenseitig Beleidigungen um die Ohren gehauen und untereinan­der nicht selten ‚diffamiert und ‚verunglimpft, um in deren Vokabular zu bleiben.

Nach kurzer Recherche fielen mir ähnliche Begebenheiten aus dem Wahl­kampf 2004 wieder ein. In die Auseinandersetzung unter Genossen, wie ich sie (weiter unten) an nur einem typischen Beispiel illustrieren werde, war ich seinerzeit nicht involviert.

Ich habe mich gefragt, warum ist der Umgang unter den Genossen in Übach-Palenberg derart anders, als ich es sonst in fast 35 aktiven Jahren aus den unter­schiedlichsten Perspektiven und Ebenen innerhalb der Sozialdemokratie kenne? In Übach-Palenberg wird die Franz-Josef Strauß zugeschriebene Redewendung „Feind, Todfeind, Parteifreund“ offenbar noch heute leiden­schaftlich gelebt. Leider!

Warum konnte der unsägliche Umgang der Genossen untereinander nicht intern bleiben, wo er hingehört? Eine Stimmungsmache zerstrittener Genos­sen schwappte offenbar in den letzten Jahren, in denen ich nicht vor Ort war, anfangs unmerklich auf Teile der Bürgerschaft über. Manche Außenstehende machten mit, ohne zu wissen, worum es tatsächlich ging. Inhaltslose Anfein­dun­gen, Unter­stellun­gen, Verdächtigungen, Vorverurteilungen. Doch wozu das Ganze? Wer hatte etwas davon?

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Heiner Weißborn fasste als damaliger SPD-Stadtverbandsvorsitzender eine strittige Situation, die aus der SPD in die Öffentlichkeit überschwappte, bereits 2008 in nur einem Satz gekonnt so zusammen:

Wenn man die Fakten nicht mal benennen darf, ohne als Diffamierer dazustehen, stimmt etwas nicht.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C, Nr. 267, S. 13 vom 14.11.2008)

Was mich auch beschäftigte, war die Beobachtung, wie eine inhaltslose negative Grundstimmung aus der örtlichen SPD in einer Stadt hinein tat­sächlich zu einer ‚Meinungs­mache’ des Aachener Zeitungsverlags in der Region avancieren konnte?

Und was mich erschreckte: Das eigentümliche Vokabular der Genossen wurde in unverant­wortlicher Weise im gleichen Stil vom Aachener Zeitungs­verlag übernommen. Um das zu erkennen bedarf es meines Erachtens keines linguistischen Gut­achtens. Einzelne Wörter, wie der gesamte Sprach­gebrauch in der sog. ‚Propaganda-Affäre’ offenbaren überdeutlich die Herkunft der gesamten Kampagne.  Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Veröffentlichungen der Genossen wie der sog. Propaganda-Affäre.

Schon nach knapp zwei Monaten nachweislich der von Genossen ständig weiter befeuerten sog. Propaganda-Affäre mussten selbst der SPD-Vorsitzende Alf-Ingo Pickartz gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dr. Sascha Derichs öffentlich einräumen:

Die mittlerweile bundesweit bekannte Propaganda-Affäre hat dem Image unserer Stadt sehr geschadet.
(Quelle: Aachener Zeitung, „Die Affäre hat unserer Stadt geschadet vom 27.8.2016)

Da half auch am 5. Juli 2016 keine ‚Reso­lution der SPD Übach-Palenberg’ zum ‚Fairer Umgang mit politisch anders Denkenden mehr. Die Eigendynamik war wohl nicht mehr zu stoppen.

Wie aber diese Selbstsuggestion der SPD-Resolution mit öffentlichen und veröffentlichten Äußerun­gen von Sozialdemokraten aus Übach-Palenberg im Rahmen der sog. Propa­ganda-Affäre zusammenpassen soll, erschließt sich mir noch nicht.

Doch was sich mir jetzt bereits erschließt, ist beispielsweise der Wahlkampf 2004 zwischen Paul Schmitz-Kröll (SPD) und Heiner Weiß­born (SPD) vor meinem Erkenntnishintergrund zur sog. Propaganda-Affäre: Es hat sich seither nichts verändert!

Wer dabei gewesen ist, kann bestätigen, dass bis zum Wahlkampf 2004 von außen betrachtet keine Briefmarke zwischen dem damaligen SPD-Bürger­meister Paul Schmitz-Kröll und dem SPD-Frak­tions­vorsitzenden Heiner Weißborn passte. Beide traten stets als Einheit nach außen auf. Alles wurde erst im engsten Kreis be­sprochen, wobei Weißborn über die Jahre klar den Ton angab. Mir gegenüber beklagte sich Ex-Bürgermeister Schmitz-Kröll schon seit geraumer Zeit vor 2004, er wolle nicht länger „den Hampelmann für die SPD spielen.“

Nach der Wahl 2004, so seine Aussage mir gegenüber damals im Vertrauen – wie ich mich erinnere war das seinerzeit im Schlosshof Zweibrüggen – werde sich vieles ändern. Er sagte auch:

2004-2009 ist meine letzte Amtszeit und dann werden die Genossen mich mal so richtig kennenlernen!

So gesehen war der SPD-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll gar nicht un­glück­lich darüber, dass ich weit über ein Jahr vor der Kommunalwahl 2004 von der UWG gefragt wurde, für sie im Wahlkampf tätig zu werden. Ja er befürwortete dies sogar ausdrücklich. Auch den da­maligen Stadtverbandsvorsitzenden Ewald Waliczek wie den SPD-Fraktions­vorsitzenden Heiner Weißborn hatte ich bereits im Frühjahr 2003 gefragt, ob einem zeitlich begrenzten Engage­ment für die UWG seitens der SPD etwas ent­gegenstünde. Auch von diesen beiden Seiten bekam ich seinerzeit grünes Licht. Ewald Waliczek meinte nur, ich solle solange meine Funktion im SPD-Stadtverbandsvorstand ruhen lassen.

Die Kommunalwahl 2004 markierte dann tatsächlich einen Wendepunkt. Der SPD-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll wandte sich spürbar von seiner Partei ab, hofierte die UWG und auch die CDU. Er ließ es sich in der Folgezeit auch nicht nehmen, gegen die eige­nen Genossen mit der Opposition seine Stimme im Stadtrat abzugeben.

Der Redakteur der Aachener Zeitung Franz Windelen schrieb am 1.12.2007 einen Kommentar unter der Überschrift „Am Ende könnte ein Parteiaus­schluss drohen – Wenn Paul Schmitz-Kröll als Unabhängiger kandidiert“.

Da lamentiert der Bürgermeister [Paul Schmitz-Kröll], die Sozis hätten ihn schon vor der Kommunalwahl 2004 kräftig im Regen stehen lassen. Und dafür sollen die bösen Genossen zahlen, indem er nicht mehr zahlt – nämlich seine Sonderbeiträge ab 2004; das sind nach den SPD-Statuten 205 Euro pro Monat und nach Adam Riese an die 7000 Euro bis dato, bis zur Kommunalwahl 2009 werden es etwa 12 000 Euro sein. Schmitz-Kröll will erst, erklärt er, diesen Batzen lockermachen, wenn das Miteinander und vor allem die Bürgermeister­kandidaten-Frage seinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Diese krude Wenn-dann-Forderung riecht, ja stinkt gewaltig nach Gutsherren-Mentalität, sie hat einen üblen Beigeschmack mit bitterem Disziplinierungs-Aroma. (…) Der Rosenkrieg im roten Haus ist in vollem Gange und wird manch unappetitliches Scharmützel bereithalten. Leider.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C1, Nr. 279, S. 19 vom 1.12.2007)

Manfred J. Offermanns, seinerzeit für die FDP im Stadtrat verkündete öffentlich der SPD zur Seite springend: „Ich ersetze seit geraumer Zeit die Bürgermeisterstimme“.
(Quelle: Euregio-Kurier, Ausgabe Oktober 2007, S.4)

Als der SPD-Fraktionsvorsitzende Heiner Weißborn im September 2007 nachweislich „Interna der Verwaltung“ an die Presse weitergegeben hatte, ging es im Stadtrat hoch her.

UWG-Vertreter Leo Meertens warf Weißborn „politisch-propagandistische Maßnahmen“ vor.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C, Nr. 208, S. 13 vom 7.9.2007)

Als es darum ging, wer 2009 für die SPD als Bürgermeisterkandidat antreten solle, wurde der offene Bruch zwischen Paul Schmitz-Kröll (SPD) und Heiner Weißborn (SPD) für Jedermann spürbar.

Dem Volljuristen und Ex-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll (SPD) wird nach­gesagt – wie immer – hinter vorgehaltener Hand über den SPD-Fraktions­vorsitzenden Heiner Weißborn, der sich beruflich mit orthopädischer Schuhtechnik befasst, bereits zwei Jahre vor der Bürgermeister­wahl gesagt zu haben: „Schuster bleib bei deinen Leisten“.

Diesen Satz benutzten fortan seine Gefolgsleute bei jeder sich bietenden Gelegenheit, um Heiner Weißborn öffentlich zu diskreditieren.

Peter Benden aus Übach-Palenberg griff im Dezember 2007 diesen verbalen Tiefschlag unter Genossen in seinem Leserbrief auf und schrieb:

Was hat denn den alten Politsaurier (SPD) Übach-Palenbergs geritten, dass man so mit dem Bürgermeister umspringt. Eine Partei, die seit dem Urknall das politische Sagen in unserer Stadt hat, kämpft ums Überleben. Mit allen Mitteln. (…) Wenn man jetzt noch liest, welche Namen als Bürgermeisterkandidat der SPD in den politischen Ring geworfen werden, kann man nur sagen „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C1, Nr. 283, S. 18 vom 6.12.2007)

Und Erwin Wisniewski aus Übach-Palenberg formulierte am gleichen Tag in seinem Leserbrief zum Thema „Dissonanzen zwischen Bürgermeister und SPD“:

Haben seine Intrigenspiele endlich Früchte getragen, dass der allseits beliebte Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll erwägt, der Politik den Rücken zu kehren? Seine Partei, die SPD, will ihn nicht mehr in ihren Reihen haben, obwohl sie großartige Erfolge mit ihm hatte. Die vakante Stelle will jetzt der Fraktionsvorsitzende der SPD einnehmen. [Weißborn] sollte stets nach dem Motto verfahren „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“.
(Quelle: ebenda.)

Das war dem ambitionierten SPD-Fraktionsvorsitzenden dann wohl doch zu viel, der gewohnt war, dass nicht nur die örtliche Sozialdemokratie, sondern auch die SPD-Fraktion einschließlich SPD-Bürgermeister nach seiner Pfeife tanzte. Er wehrte sich aus seiner politischen Perspektive ‚standesgemäß’, indem er ein wahres Wort gelassen aussprach:

„Ohne die SPD wäre er [Paul Schmitz-Kröll] noch nicht einmal Hausmeister geworden!“
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C1, Nr. 266, S. 21 vom 13.11.2008)

Der Rechtsanwalt Klaus Pohlmann aus Übach-Palenberg hatte sich unter der Überschrift „Machtan­spruch der SPD entlarvt“ in einem Leserbrief vom 13.11.2008 empört gezeigt:

„Mit einer gehörigen Portion Wut in seiner Stimme“, so berichtete die Geilenkirchener Zeitung, sagte Weißborn über Schmitz-Kröll: „Ohne die SPD wäre er noch nicht einmal Hausmeister geworden!“ Stehende Ovationen der Genossen (in Anwesenheit der beiden amtierenden Beigeordneten). Was für ein Dünkel offenbart sich da. Sind Hausmeister grund­sätzlich weniger wert als Bürgermeister? Zu meiner Schulzeit war der Hausmeister die Seele der Schule! Und was für ein Machtanspruch entlarvt sich in der Aussage, dass man in Übach-Palenberg ohne ein SPD- Parteibuch nichts werden kann.
(Quelle: ebenda.)

Helmut Theves aus Übach-Palenberg urteilt in einem Leserbrief unter der Überschrift „Weißborn disqualifiziert sich“:

„Ohne die SPD wäre er (gemeint ist Paul Schmitz-Kröll, amtierender Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg) noch nicht einmal Hausmeister geworden.“ Mit dieser Stamm­tischparole disqualifiziert sich Heiner Weißborn auch für das angestrebte Amt des Bürgermeisters.
(Quelle: ebenda.)

Michael Schilke aus Übach-Palenberg nennt in seinem Leserbrief die Äußerungen von Weißborn „Anmaßend und respektlos gegenüber einem gewählten Amtsträger“:

Das „Nicht einmal Hausmeister“– Zitat des Möchtegernbürgermeisters Weißborn soll in der Öffentlichkeit wohl den Eindruck erwecken, dass die Bürger von Übach-Palenberg einen unfähigen Bürgermeister gewählt haben. Es ist anmaßend, unqualifiziert, respektlos gegenüber einem vom Bürger mit großer Mehrheit gewählten Amtsträger, schädigt dem Ansehen unserer Stadt und ist schon deshalb eines Bürgermeisterkandidaten unwürdig.
(Quelle: ebenda.)

Und Franz Josef Peters aus Übach-Palenberg ging in seinem Leserbrief unter der Überschrift „Die Stadt gehört nicht einer Partei“ auf Weißborn ein:

Ludwig XIV, der Sonnenkönig, wurde mit seinem Ausdruck „L’etat cest moi!“ (Der Staat bin ich) bekannt! An diesen Ausdruck wurde ich erinnert, als ich den Artikel über die Wahl von H. Weißborn zum SPD-Bürgermeisterkandidaten las. Er sagte dem ehrenwerten Herrn Schmitz-Kröll, ohne die SPD wäre er noch nicht einmal Hausmeister geworden. (…) Eine Kommune ist (…)  nicht das Eigentum einer Partei.
(Quelle: ebenda.)

Erwin Wisniewski aus Übach-Palenberg forderte von Weißborn in seinem Leserbrief unter der Überschrift „Der Kandidat sollte sich entschuldigen“:

Heiner Weißborn hat die Totenglocke der SPD zum Schwingen gebracht. Und sie wird um so lauter klingen, je näher der Wahltag rückt. Und die Aussage des Kandidaten, ohne die SPD wäre Bürgermeister Schmitz-Kröll noch nicht einmal Hausmeister geworden, ist eine Unverschämtheit und dafür sollte er sich entschuldigen.
(Quelle: ebenda.)

Heiner Weißborn, der im November 2008 als SPD-Bürgermeister­kandidat zur Wahl 2009 auf den Schild gehoben wurde, äußerte sich öffentlich dazu, als „Diffamierer“ angegriffen worden zu sein mit folgenden Worten:

Wenn man die Fakten nicht mal benennen darf, ohne als Diffamierer dazustehen, stimmt etwas nicht.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C, Nr. 267, S. 13 vom 14.11.2008)

Und tatsächlich war es so, wie es Heiner Weißborn auf den Punkt gebracht hatte. Niemand hatte ohne SPD-Parteibuch über viele Jahrzehnte eine reelle Chance bei der Stadt Übach-Palenberg auch nur Hausmeister zu werden.

Mitte Dezember 2008 verdichteten sich dann die Gerüchte, der seinerzeit amtierende SPD-Bürgermeister wollte tatsächlich nicht mehr antreten.  Auf dem 28. Neujahrsempfang der Stadt im Pädagogischen Zentrum verkündete Paul Schmitz-Kröll seine Entscheidung.

Er [Paul Schmitz-Kröll] sprach von „Hetzjagd“ und „Schlammschlacht“ und einer Ärzteschar, die ihm geraten habe, nicht mehr anzutreten.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C, Nr. 9, S. 9 vom 12.1.2009)

In der Folgezeit hat der noch amtierende SPD-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll (SPD) den Bürgermeisterkandidaten der CDU Wolfgang Jungnitsch gegen dessen Mitbewerber, Heiner Weißborn (SPD), aktiv unterstützt. Jungnitsch siegte mit großem Abstand. Außerdem regiert seit 2009 bis heute eine bürgerliche Mehrheit nach 45 Jahren SPD-Vorherrschaft.

Hätte es die öffentliche Auseinandersetzung vor der Bürgermeisterwahl 2009 zwischen Ex-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll (SPD) und dem SPD-Frak­tions­vorsitzenden Heiner Weißborn nicht gegeben, dann wäre seinerzeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Schmitz-Kröll erneut Bürger­meister geworden. Darin waren sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Übach-Palenberg damals mehrheitlich einig.

Der Machtverlust der SPD im Jahre 2009 nach ca. 45 Jahren war also kein Schicksalsschlag, sondern selbst verschuldet. Die Lehren wurden nach 2009 weder sachpolitisch noch personell gezogen, so dass die noch deutli­chere Niederlage bei der Kommunalwahl 2014 eine logische Folge war.

Der Redakteur Franz Windelen vom Aachener Zeitungsverlag blickte auf das Jahr 2009 unter dem Titel „An der Wurm ist vieles im Fluss“ so zurück:

30. September 2009 ist ein Datum, das der Bürger, der Wähler im städtischen Geschichtsbuch schwarz, dick schwarz unterstreicht. Wolfgang Jungnitsch triumphiert, Mitbewerber Heiner Weißborn kassiert die Klatsche. Kommunalpolitische Zeitenwende in der bis dato letzten roten Hochburg des Kreises Heinsberg. Der Absturz mag auch damit zusammenhängen, dass sich die Genossen und der rote Volkstribun Paul Schmitz-Kröll unheilbar zerstritten haben.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe C, Nr. 301, S.9, vom 28.12.2009

***

Mir kommt es gerade so vor, dass man mich in der sog. Propaganda-Affäre brutalstmöglich öffentlich an den Pranger gestellt hat. Auch nahm man dabei billigend in Kauf, dass mir ein sehr hoher persönlicher Schaden entstanden ist. Auch meine finanzielle Zukunft wurde rücksichtslos ruiniert, was ich so selbstverständlich unter keinen Umständen akzeptieren werde.

Warum sprach der frühere Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll (SPD) angeblich „stundenlang“ mit der Zeitung?

Was aber wollten die drei Redakteure Marlon Gego, Thorsten Pracht und Jan Mönch von Paul Schmitz-Kröll wissen? Warum investier­ten sie „stundenlang“ ihre Zeit, um mit ihm über alte Zeiten zu plaudern? Oder suchten sie die ultimative Story, die sie als angeblich investigative Redakteure ausschlachten konnten?

Doch hätten sie mich gefragt, wäre die Story über die sog. Propaganda-Affäre schon nach wenigen Sätzen wie ein Kartenhaus in sich zusam­men­gefallen. Wussten das die Redakteure einer angesehenen Zeitung und haben deshalb nicht nachgefragt?

Thorsten Prachtschrieb in Twitter am 9.Juni 2016 zu @az_topnews“:
Investigativer Kommunaljournalismus, wie heute auf Seite Drei (Bürgermeister Jungnitsch), ist die Überlebensversicherung der AZ

Hat die Zeitung meine Existenz durch ihre Aktionen zur sog. Propa­ganda-Affäre als fällige Prämien für die Überlebensversicherung vor­sätzlich benutzt?

***

 

Und was bewegte den früheren Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll (SPD), „stundenlang“ seine „Erfahrungen“ mit mir der Redaktion mitzuteilen. War es die Flucht nach vorne?

Befürchtete Paul Schmitz-Kröll für die ca. 17 Millionen aus den Swap-Ge­schäf­ten, die die Bürgerschaft zu zahlen haben werden, politisch verant­wortlich gemacht zu werden? Galt es mit Beiträgen zur sog. Propa­ganda-Affäre davon abzulenken?

Aber warum „möchte [er] nicht, dass davon auch nur ein einziges Wort in der Zeitung erscheint“? War es am Ende doch nicht so bedeutend, was er zu sagen hatte? Und entspricht diese Art, nur hinter vorgehaltener Hand zu sprechen, einem ver­antwor­tungs­vollen wie repräsentativen Verhaltensmuster auch ehemaliger Bürger­meister? Und wozu schreibt die Aachener Zeitung das auch noch für Jedermann nachlesbar? Für mich macht das alles bezogen auf die angebliche Propaganda-Affäre noch keinen rechten Sinn.

Was für mich aber Sinn machte, war die Entscheidung vor genau 12 Jahren meinen Wohnsitz in Übach-Palenberg aufzugeben. Ich hatte zuvor versucht, Schaden von der Bürgerschaft von Übach-Palenberg abzuwenden. Als Beispiele seien hier nur genannt: der geplante Kanalnetzverkauf, die Millionen-Bürgschaften, die Klangbrücke oder das Millionengrab der Wettgeschäfte mit Steuergeldern.

Ich hatte erkannt, dass es am Ende so richtig niemanden interessierte. So lebe ich seit acht Jahren bewusst in einer völlig anderen Lebenswirklichkeit. Die Probleme der örtlichen SPD wie die einiger Bürgerinnen und Bürger werden nur weiter vor sich hergeschoben, solange man meiner Meinung nach u.a. mich als Projektionsfläche der eigenen Unzulänglichkeiten missbraucht.

Das eine vergleichsweise weniger bedeutende Tätigkeit in den letzten 3,5 Jahren, die ich auf Wunsch des Bürgermeisters wie der örtlichen CDU ohne jede Beanstandung ordnungsgemäß erledigt habe, solch einen Pressewirbel hervorrufen würde, kann ich mir nur mit den tiefgreifenden ungelösten Prob­leme in der SPD selbst erklären. Meine Tätigkeit jedenfalls lieferte keinen Anlass dazu, wie vier Behörden unabhängig voneinander übereinstimmend nach intensiver Prüfung feststellten.

 

2. WAS DIE AACHENER ZEITUNG DAZU SCHRIEB

Die Redakteure der Aachener Zeitung, Marlon Gego, Thorsten Pracht und Jan Mönch schrieben unter der Überschrift „Wenn ein Bürgermeister Propaganda einkauft“ am 9.6.2016 fest:

Paul Schmitz-Kröll (SPD) sprach mit unserer Zeitung zwar stundenlang über seine Er­fahrungen mit Urban, möchte aber nicht, dass davon auch nur ein einziges Wort in der Zeitung erscheint.
(Quelle: Aachener Zeitung, Ausgabe ABCDE, Nr. 32, Seite Drei vom 9.6.2016)

 

 

3. REAKTIONEN AUF LESERBRIEFE IN DER AACHENER ZEITUNG

 

Thorsten Prachthat in Twitter am 1.Juni 2016 geschrieben:
Kollege Jan Mönch hat mal wieder eine Story ausrecherchiert

Thorsten Prachtin Twitter am 9.Juni 2016 zu @az_topnews“ geschrieben:
Investigativer Kommunaljournalismus, wie heute auf Seite Drei (Bürgermeister Jungnitsch), ist die Überlebensversicherung der AZ

Bernd Mathieuhat in Facebook am 22.6.2016 zum Artikel „Propaganda-Affäre: Stadt trennt sich von Hartmut Urban“ geschrieben:
Ergebnis der guten Recherche-Arbeit unserer Kollegen.

 

 

 

Text: Hartmut Urban

Titelbild: Meine Erlebnisreise –
UMGANG DER GENOSSEN UNTEREINANDER

Textdesign: Hartmut Urban

Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre – Vorankündigung
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 1
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 2
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 3
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 4
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 5
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 6
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 7
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 8
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 9
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 10
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 11
Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre –  Teil 12

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Zum obigen Themenkomplex habe ich bereits grundsätzlich
folgende Beiträge in 2013 und 2014 veröffentlicht: 

Informationslücken: Ein unterschätztes Risiko vermeiden
von Hartmut Urban vom 

Der erfolgreiche Umgang mit der Presse 
von Hartmut Urban vom 

Wenn zwei sich streiten: 
Über die destruktive Wirkung von Eskalationen auf kommunalpolitischer Ebene
von Hartmut Urban vom 

Was müssen Bürger wissen, um aktiv und unverdrossen unsere Demokratie zu leben?
von Hartmut Urban vom 

Hoheit über die kommunale Informationsverbreitung 
– ein wirklich starkes Instrument
von Hartmut Urban vom 

 Wahre Begebenheiten zur sog. Propaganda-Affäre – Teil 11 - Ralf Kouchen

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