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Stadtanzeiger Hanau: Nachrichten aus der Stadt – news: #genial-nah

Hanau.  Ein neuer Brunnenplatz an der Gärtnerstraße und die Grünanlage Wallgärten werten Hanaus südliche Innenstadt deutlich auf, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky feststellt.

„Der Brunnenplatz und die Wallgärten sind unser diesjähriges Weihnachtsgeschenk für die südliche Innenstadt“, freut sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Das Viertel ist am Kinopolis um die Grünanlage Wallgärten, den am historischen Standort wieder aufgebauten barocken Ziehbrunnen und um ein neu gestaltetes Stück Gärtnerstraße reicher geworden. Mehr noch: Am gepflasterten Brunnenplatz zieht bald die Wallonisch-Niederländische Kirchengemeinde in ihr  weitgehend fertiggestelltes Gemeindezentrum ein.  Im Beisein der Bürgerinnen und Bürger, die sich um die Rückkehr des Brunnens verdient gemacht haben, übergaben OB Kaminsky, Stadtrat Andreas Kowol und weitere städtische Vertreter das zwischen Gärtnerstraße und Wallweg gelegene Areal ihrer öffentlichen Bestimmung.

Kaminsky sagte: „Diese frühere Brachfläche ist in positiver Hinsicht kaum noch wiederzuerkennen“. Die Verbindungsachse zwischen Süd- und Innenstadt werde „städtebaulich zusehends attraktiver.“ Kowol ergänzte: „Dieser kleine Park und der ab 2017 entstehende an der Wallonisch-Niederländischen Kirche verhelfen der südlichen Innenstadt zu einer neuen grünen Lunge.“ Nützlich für das Stadtklima sei zudem der bereits  an beiden Standorten bestehende alte Baumbestand.

Dazu zählt eine markante Platane am Eck zu Kinopolis und Parkhaus. Sie trägt dank der Wegebeleuchtung im neuen Stadtteilpark auch im Dunkeln zu einer schönen Atmosphäre bei. 3400 Quadratmeter misst die Grünanlage, zu der auf die Fläche verteilte Spielgeräte  gehören. Ein geschwungener Fußweg durch die Rasenfläche verbindet den Wallweg im Süden mit dem Brunnenplatz im Norden.

Bevor der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) die ehemalige Brachfläche in den vergangenen Monaten umgestalten ließ, hatten Bürgerinnen und Bürger 2014 die Chance Gestaltungsvorschläge zu machen. Ein spezieller Aktionstag galt den Kindern und den von ihnen gewünschten Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Daher wurden eine Hängematten-Schaukel und Balancierhölzer aufgestellt. Für Kleinere geeignet sind neben dem Sandspielbereich Findlinge, Baumstämme, ein Holzpodest und ein Spieltisch.  Vielfältige, unterschiedliche Sitzgelegenheiten sollen einen netten Plausch unter Nachbarn erleichtern. „Uns war von vornherein an einem hochwertigen Naherholungsraum mit Aufenthaltsqualität gelegen“, sagte Baustadtrat Kowol bei der Inbetriebnahme.

Dabei sei der gepflasterte, 1200 Quadratmeter große  Quartiersplatz als „bewusst gewählte Kombination“ zu verstehen. Das belegt ein künstlerisch gestaltetes, stählernes Landschaftsfenster als Blickverbindung mit dem historischen Ziehbrunnen im Norden am südlichen Ende des Stadtteilparks. Der Brunnenplatz dient zugleich als Entrée und Veranstaltungsort für das wallonisch-niederländische Gemeindezentrum. Er verlängert sich in die nördlich angrenzende Gärtnerstraße, die in diesem Abschnitt ebenfalls umgestaltet wurde.

„Hier ist ein multifunktionaler Raum entstanden, der allen Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt zur Verfügung steht“, erläuterte OB Kaminsky. Das verwendete helle Betonpflaster entspricht dem am Kinopolis, ebenso ist auch der Verbindungsweg zwischen diesem und der Gärtnerstraße gestaltet. Die Fahrspur auf der Gärtnerstraße hebt sich durch eine andere Verlegerichtung ab, sie ist am Rand mit Natursteinborden eingefasst.
Den historischen Brunnen auf dem Quartiersplatz hält Kaminsky für die „Krönung der gesamten gelungenen Neugestaltung“. Das Denkmal aus Buntsandstein „stiftet Identität genau an der richtigen Stelle“. Der Brunnen ist an seinen alten Standort in der Gärtnerstraße zurückgekehrt, wo von 1772 bis 1880 zunächst auch die Zeichenakamedie beheimatet war.

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Das historische Vorbild: der Ziehbrunnen im Jahr 1939

Gefertigt im  Jahr 1692, blieb er im Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt. 1958 verschlug es ihn nach Frankfurt, diesen Hinweis fand Dr. Eckhard Meise in Protokollen des Hanauer Geschichtsvereins. 2011 wurde die Gunst der Stunde genutzt. Im Auftrag der Stadt ersteigerten Stadtrat Lutz Wilfert, Margret Dausien, Martin Hoppe und Hans Ott vom Hanauer Geschichtsverein das barocke Kleindenkmal aus dem Nachlass des verstorbenen Frankfurter Mäzens Bruno H. Schubert für 10.500 Euro.  Zunächst war der Brunnen im städtischen Bauhof gelagert, ehe er 2015 mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ restauriert und mit einer historisch belegten Holzabdeckung wiedererrichtet.

Sitzelemente aus Naturstein um den Brunnen „heben seine Geltung, spiegeln die Grundform des Platzes wider und schaffen so einen eigenen  Raum“, erläuterte Baustadtrat Kowol. Sie sind mit  Naturstein-Intarsien im Betonpflaster verbunden, um die Formgebung weiter zu unterstützen.

Rund 484.000 Euro kosten Bau des Stadtteilparks, des Brunnenplatzes und von rund 120 Metern Gärtnerstraße. Damit liegt die von HIS am Ende verausgabte Summe 41.000 Euro unter dem ursprünglich von der Stadtverordnetenversammlung Anfang 2014 bewilligten Ausgabenmaß.  Die Stadt Hanau trägt davon rund 184.000 Euro, rund 300.000 Euro fließen aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“. „Die Kosten-Nutzen-Relation ist hier zu Gunsten der südlichen Innenstadt und der dort lebenden Menschen äußerst erfreulich“, fasste OB Kaminsky dieses kleine Stück Stadtumbau zusammen.

Das Areal Wallgärten hat seinen Namen von der ehemaligen Umwallung der Neustadt Hanau. Die Stadtbefestigung wurde auf Befehl Napoleons 1806/07 geschleift.

Titelbild: Der Brunnen im restaurierten Zustand
erfreut Mitglieder des Hanauer Geschichtsvereins,
die Bauausführenden und städtische Vertreter mit
OB Kaminsky an der Spitze. 

Foto: Stadt Hanau- Quelle

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