Übach-Palenberg. Grundsätzlich ist Regenwasser vom Quell-, Brunnen- oder Mineralwasser schon dadurch zu unterscheiden, dass Regenwasser natürlich verdunstetes und wieder kondensiertes Wasser ist, während Quell-, Brunnen- oder Mineralwasser seit jeher als durch die Gesteinsschichten natürlich gefiltertes und mineralisch angereichertes Wasser als Trink- und oftmals auch als Heilwasser Verwendung findet.

Beim der Verdunstung lässt der Wasserdampf wichtige Bestandteile wie für den lebenden Organismus notwendige Mineralien und andere Spurenelemente zurück, vergleichbar dem destilliertem Wasser. Niemand käme aber auf die Idee, destilliertes Wasser für Bügeleisen oder Batterien zu trinken. Warum auch.

Während Regen- bzw. Oberflächenwasser schon auf dem Weg durch die Atmosphäre durch Schmutz- und Schadstoffe in Staubform verunreinigt wird, was über den sog. sauren Regen bis hin zum ratioaktiven Fallout führen kann, wird Grundwasser in den einzelnen Gesteinsschichten des Bodens natürlich gereinigt. Dabei gilt die Faustregel, je tiefer das Brunnenwasser gefördert wird, desto reiner ist es.

Bei Regenwasser spielen aber auch Hausdächer, von denen sich beispielsweise Kupfersalze oder ausgewaschene Asbestfasern eine Rolle, die unter Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Nicht von der Hand zu weisen sind zudem die Rückstände, landwirtschaftlich intensiver Düngung durch Gülle oder chemische Stickstoff- und Phoshorverbindungen, die beim Brunnenwasser je nach Tiefe vollständig auf natürliche Weise ausgefiltert worden sind.

Aber auch für die Gesundheit schädliche Bakterien und Viren sind beim Regenwasser, dass als Trinkwasser genutzt wird, nicht von der Hand zu weisen.

Das bedeutet: Regenwasser muss sehr viel intensiver gefiltert und behandelt werden als Brunnenwasser. Das macht als Trinkwasser aufbereitetes Regenwasser im Vergleich zum Brunnenwasser grundsätzlich teurer. Hinzu kommt, dass wichtige Inhaltsstoffe, die dem Regenwasser fehlen, erst künstlich zugeführt werden müssen, was bei Brunnenwasser in der Regel nicht der Fall ist.

Ich empfehle zum Einstieg in die Gesamtproblematik die einschlägigen Beiträge in Wikipedia zu den einzelnen Stichwörtern.

Zusätzlich sind mir drei Einträge über Google aufgefallen, die ich wertungsfrei hier kurz zitiere:
1.) „ich habe neue Infos vom Wasserwerk: <In der Aufbereitungsanlage Roetgen wird das zuvor unter Einsatz eines Aluminiumsalzes geflockte und über eine Membran (Ultrafiltration) gefilterte Wasser über Kalksteinfilter geschickt.

Durch das Filtrieren über den gebrochenen natürlichen Kalk wird dem Wasser zum einen das natürlich darin enthaltene Mangan entzogen und zum anderen durch teilweises Auflösen des Kalksteins eine leichte Aufhärtung unseres sehr weichen Talsperrenwassers erreicht. Gleichzeitig wird dadurch der pH-Wert des Wassers angehoben. Die Endeinstellung des Gleichgewichts-pH-Wertes, bei dem Kalk- und Kohlensäurebestandteile im Wasser im chemischen Gleichgewicht sind, erfolgt dann durch Zugabe von Natronlauge.“
(Quelle: http://www.wirbellotse.de/beitrag70939.html)

2.) Die MF bieten für Viren keine komplette Rückhaltung. Bei der UF war hingegen eine praktisch vollständige Rückhaltung für alle mikrobiologisch relevanten Parameter gegeben.

Eine großtechnische Anlage (6.000 m³/h) sollte nach dem XIGA-Konzept gebaut werden. Der Einsatz von UF-Membranen mit hoher Chemikalienbeständigkeit ermöglicht es wahrscheinlich, die Stufe der Entmanganung oder sogar die 1. Filterstufe zu ersetzen. Die zu erwartenden Investitions- und Betriebskosten liegen bei 0,10 – 0,13 €/m³.
(Quelle: http://www.cleaner-production.de/projekte-publikationen/projekte/trinkwasser/ueberpruefung-der-einsatzmoeglichkeit-der-membranfiltration-zur-grosstechnischen-talsperrenwasserauf.html?tx_exozetcpgproject_projects%5Bpage%5D=13&cHash=b7cff6bd134e514a44b2eb989717f61b)

3.) Exner & Tuschewitzki (1994): Zum Vorkommen und zur Bewertung von Krankheitserregern und Indikatorbakterien im Rohwasser und Trinkwasser der Aufbereitungsanlage Roetgen sowie zu Kontroll- und Präventionsmaßnahmen für die Sicherstellung einer hygienisch einwandfreien Trinkwasserqualität – Aachen (Abschlußbericht der gutachtlichen Stellungnahme im Auftrag des WdKA, Aachen)
(Quelle: https://books.google.com.vn/books?id=oYQkBgAAQBAJ&pg=PA106&lpg=PA106&dq=%22Aufbereitungsanlage+Roetgen%22&source=bl&ots=PJ1qx53f33&sig=JOxIbD7KVyX59sn5-raA0YSs5_Y&hl=en&sa=X&ei=eCfxVMflA8rv8gXQ34HYBA&redir_esc=y#v=onepage&q=%22Aufbereitungsanlage%20Roetgen%22&f=false)

 

Machen Sie sich bitte Ihr eigenes Bild.

 

One thought on “Trinkwasserversorgung: Was unterscheidet Regen- vom Brunnenwasser?

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