Der Geilenkirchener Lokalredakteur Udo Stüsser bot am 23.09.2017 ein beeindruckendes Beispiel, wie meiner Meinung nach die Lokalredaktion Geilenkirchen mit vorab definierten Zielen Propaganda gegen einen Pfarrer machte.

Der Pfarrer Norbert Kaluza aus der Geilenkirchener Pfarrgemeinde St. Gereon Würm hatte einen Leserbrief aus der Dolomitenzeitung in seinem von ihm verantworteten Pfarrbrief Nr. 8/2017 abgedruckt, der „interessant“ genug zum Nachdenken anregen sollte. Eine eigene Position hierzu hatte der Pfarrer unter Verzicht auf eine Kommentierung unterlassen.

Statt aber – wie vom Pfarrer intendiert – nachzudenken, vorverurteilte die Lokalpresse bereits in der Überschrift den Pfarrer, und beurteilte, dass der Pfarrbrief „ganz ohne Nächstenliebe“ sei und „Stimmung gegen Flüchtlinge macht“.

Da sich offenbar niemand aus der Pfarrgemeinde St. Gereon Würm finden wollte, der die vorgefasste Meinung der Lokalredaktion bestätigen wollte, wurden offenbar Kronzeugen aus anderen Kommunen gesucht und gefunden, die erkennbar eher weniger mit der Pfarrgemeinde und insbesondere mit dem Pfarrbrief zu tun haben, um die demonstrative Entrüstung der Lokalredaktion zu teilen.

Nicht weniger erschreckend ist die Tatsache, dass die ersten öffentlichen Proteste nicht aus dem Ort Würm selbst, sondern aus den Gemeinden Gangelt und Selfkant kommen“, meint Stüsser in seinem Kommentar unter dem Titel: „So nicht, Herr Pastor!“ dazu.

Der Würmer Ortsvorsteher Leonhard Kuhn und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen wollte sich „zum Verhalten von Kaluza“ – wie Lokalredakteur Udo Stüsser es formulierte – „nicht äußern“. So fragte er gleich bei der Pressereferentin, Anja Klingbeil, vom Bistum Aachen an, „ob der Vorgang Konsequenzen für Kaluza haben wird“ und erhöhte so den öffentlichen Druck auf die kath. Kirche.

Die Aussage der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Anne Feilen, wurde gar durch gezielte Kürzungen verfälscht, wie ihr Leserbrief vom 27.09.2017 belegt: „Unser Pfarrer Kaluza ist konservativ, ja aber in allen kirchlichen Belangen hat er die volle Rückendeckung unserer Pfarrgemeinde und des Pfarreirates. Dieser Nachsatz wurde ebenso weggelassen, wie meine Erläuterungen zur Frage, was ich damit meine, dass wir daran kranken, zu wenig christlich zu sein.

Überhaupt haben m.E. erst die zahlreichen Leserbriefe zu dem Thema genau das nachgeholt, was eigentlich Aufgabe einer professionellen journalistischen Recherche der Lokalredaktion gewesen wäre, nämlich eine vorurteilsfreie Ermittlung des gesamten Sachverhalts mit einem anschließenden,  sachlichen Bericht, aus dem sich jeder einzelne Leser selbst sein Urteil bilden kann.

Welchen Auftrag bekam Udo Stüsser von seiner Lokalredaktion Geilenkirchen?

von Hartmut Urban

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